Pisa – Mehr als nur der Schiefe Turm
Inhalt
Geschichte und Moderne liegen nah beieinander in Pisa und werden oft nur durch den Arno voneinander getrennt, der hier die letzten Kilometer bis zum Mittelmeer zurücklegt.
Die 90.000 Einwohner zählende Universitätsstadt lohnt einen Besuch aufgrund ihrer zahlreichen Kunstdenkmäler aus dem Mittelalter und der Renaissance, die sich um die Piazza dei Miracoli versammeln. Darunter befinden sich der Dom Santa Maria Assunta mit dem berühmten schief stehenden Campanile, das Baptisterium und das Camposanto Monumentale. Pisa hat eine bezaubernde, gut erhaltene Altstadt.
Das Zentrum der quirligen Altstadt ist die Piazza dei Cavalieri: Hier findet man gemütliche Cafés, Kneipen und kleine Geschäfte.
Piazza dei Miracoli
![Pisa - Piazza dei Miracoli [Platz der Wunder]](https://www.toskanatour.de/wp-content/uploads/sites/12/2020/04/Piazza-dei-Miracoli_164374462-Klein.jpeg)
Der Schiefe Turm macht nur ein Viertel des Gesamtensembles der berühmten Piazza dei Miracoli aus. Denn eigentlich ist er der Campanile des Pisaner Doms, dessen Fassade ebenfalls mit zahlreichen Säulen verziert ist. Das Baptisterium sowie der Campo Santo, das Friedhofsgebäude, vervollständigen die Anlage, die sich dem Betrachter vom Flugzeug aus am imposantesten darstellt, wenn der Pilot zum Landeanflug auf den Flughafen über der Stadt dreht.
Die Piazza dei Miracoli wurde im Jahr 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und fasziniert Besucher mit dem imposanten Dom, dem Baptisterium und dem historischen Friedhof Camposanto.
Schiefe Turm von Pisa

Der weltberühmte „Schiefe Turm von Pisa“ gehört zu den am meisten fotografierten Objekten weltweit. Kaum ein anderes architektonisches Meisterwerk von Weltruhm wurde mit so aufwendigen Maßnahmen vor seinem Verfall, beziehungsweise vor dem Umfallen bewahrt. Der weltbekannte schiefe Turm wird auch ohne Nennung der Stadt stets mit Pisa assoziiert. Er macht den besonderen Reiz aus, der von diesem perfekt gestalteten Platz, der „Piazza dei Miracoli“ (Platz der Wunder) ausgeht.
Wenn sie diesen weltberühmten Turm besuchen, dann schlendern Sie auch über die gesamte Piazza mit Dom, Baptisterium und dem Friedhof Camposanto.
Grundsteinlegung im Jahr 1173.
Der Turm sollte als freistehender Campanile auf dem Platz einen besonderen architektonischen Akzent setzen. Am 9. August 1173 wurde der Grundstein gelegt, aber bereits ab dem dritten Stockwerk begann sich das Bauwerk im weichen Untergrund bedenklich abzusenken, so dass die Arbeiten für Jahrzehnte ruhen mussten. Erst rund 200 Jahre später, um 1372, war der Turm mit der Glockenstube vollendet – mit einer Höhe von knapp 56 Metern und bereits deutlich sichtbarer Schräglage.
Über die Jahrhunderte musste immer wieder die Statik überprüft und korrigiert werden, zuletzt in den Jahren 1990 bis 2001. Heute dürfen Besucher mit einem Ticket für ein festes Zeitfenster die 251 Stufen bis zur obersten Plattform hochsteigen, um das leicht mulmige Gefühl der Schieflage zu verspüren. Die Plätze sind begrenzt – in der Saison sollten Sie Ihr Ticket vorab online auf der offiziellen Seite der Opera della Primaziale Pisana reservieren. Das Ticket gilt nur zur gebuchten Uhrzeit; wer zu spät kommt, wird nicht eingelassen. Kinder, die bis zum Jahresende nicht 8 Jahre alt werden, dürfen den Turm nicht besteigen, unter 18-Jährige nur in Begleitung eines Erwachsenen (Stand 2026).
Tickets & Touren
Tickets für den Turmaufstieg gibt es beim offiziellen Anbieter der Opera della Primaziale Pisana. Wer Tickets mit Audioguide, Kombitickets für Turm und Dom oder einen Ausflug ab Florenz sucht, findet bei GetYourGuide (Partnerlinks) eine Auswahl:
- Schiefer Turm von Pisa: Tickets und Touren – Eintrittskarten für Turm und Dom sowie geführte Touren.
- Touren und Aktivitäten in Pisa – Stadtführungen, Radtouren und Ausflüge rund um Pisa.
Camposanto Monumentale

Wer den Schiefen Turm von Pisa besucht, sollte das gesamte Gelände des UNESCO-Weltkulturerbes erkunden. Neben dem Dom lockt auch der Camposanto Monumentale, der monumentale Friedhof. Laut einer Überlieferung, soll die Anlage Erde aus dem Heiligen Land enthalten, die durch Kreuzfahrer nach Pisa gebracht wurde. Die Friedhofsanlage, die zwischen 1203 bis 1358 entstand, beherbergt im Inneren spätantike Sarkophage, die Angehörigen der herrschenden Adelsgeschlechter als Grabstätte dienten. Besonders die Grabmäler aus dem 18. Jahrhunderts beeindrucken die Besucher der Anlage. Besonders schön ist der Blick in den Innenhof des Camposanto, da dieser fast wie eine friedvolle Filmkulisse wirkt.
Baptisterium

Die Taufkirche Battisterio di Pisa zählt ebenfalls zu den beeindruckenden Gebäuden des UNESCO-Weltkulturerbes. Das frei stehende Baptisterium, welches in den Jahren 1152 bis 1260 erbaut wurde. Der Grundriss des runden Gebäudes wurde der Anastasis Rotunde des Heiligen Grabes in Jerusalem nachempfunden. Anfänglich wurde die Architektur am Stil des Domes angepasst, jedoch wurde ab der zweiten Etage umgeschwenkt auf den Gotikstil. Es handelt sich um die größte Taufkirche Italiens mit einer Höhe von rund 55 Metern und einem Umfang von 107 Metern. Entsprechend vervollständigt das Baptisterium den Gesamtkomplex rund um den Schiefen Turm von Pisa perfekt.
Weitere Sehenswürdigkeiten in Pisa
Auch wenn der schiefe Turm den eigentlichen Grund für eine Städtereise nach Pisa darstellt, gibt es neben den Bauwerken auf der Piazza dei Miracoli noch weitere Sehenswürdigkeiten.
Die Piazza dei Cavalieri mit dem gleichnamigen Palazzo liegt im Studentenviertel von Pisa und ist eigentlich nur einen Steinwurf vom schiefen Turm entfernt. Vom Ritterplatz aus ist man aber ebenso schnell auf der Shoppingmeile mit ihren Cafés, Restaurants und Hotels und gelangt schließlich an den Arno, beliebter Treffpunkt für die vielen Studenten, die in Pisa studieren und wesentlich zum modernen Stadtbild beitragen, denn Pisa ist eine junge Stadt, was das Durchschnittsalter der Bevölkerung angeht.

Direkt am Arno, das linke Kirchenschiff bildet eine Linie mit der Ufermauer, befindet sich die kleine romantische Kirche Santa Maria della Spina. Von hinten kaum imposant, taucht ihre hübsche Fassade auf einmal im Rückspiegel auf, befährt man den Lungarno Gambacorti stadtauswärts.
Südlich des Arno liegt das Viertel, das die Pisaner Mezzogiorno nennen. Hier lohnt ein Bummel über den Corso Italia, die belebte Einkaufsstraße zwischen Arno und Bahnhof, und durch die engen Gassen abseits der Touristenströme. Weil in Pisa rund 40.000 Studierende leben, finden Sie hier – anders als rund um die Piazza dei Miracoli – viele gute und preiswerte Trattorien und Studentenkneipen.
In der Stadt am Arno befindet sich darüber hinaus einer der ältesten botanischen Universitätsgärten Europas, der Orto Botanico, gegründet im Jahr 1544.
Marina di Pisa

Marina di Pisa heißt heute der kleine Ort an der Mündung des Arno, wo die Pisaner im Sommer baden. Seine kleinen Art Nouveau Häuser sind nett anzuschauen. Wer eine Städtereise nach Pisa bucht, für den beginnt die Anreise über einen deutschen Flughafen und nur eineinhalb Stunden später kann vom Aeroporto Pisa/Toscana aus die Stadterkundung beginnen.
Juni in Pisa: Luminara, Regata und Gioco del Ponte
Wenn Sie Mitte Juni in Pisa sind, sollten Sie die Luminara di San Ranieri nicht versäumen, benannt nach dem Schutzpatron der Stadt. Am Abend des 16. Juni verwandelt sich Pisa in ein Lichtermeer: Zehntausende kleine Lichter zeichnen die Fassaden der Palazzi entlang der Arno-Ufer nach, auf dem Fluss treiben Kerzen. Der Brauch geht auf die festliche Beleuchtung bei Prozessionen zurück und gehört heute fest in den pisanischen Veranstaltungskalender.
Am 17. Juni, dem Festtag des Heiligen, folgt die Regata di San Ranieri, ein Ruderwettkampf der historischen Stadtviertel auf dem Arno. Und am letzten Samstag im Juni treten die beiden Stadthälften nördlich und südlich des Arno beim Gioco del Ponte gegeneinander an, einem historischen Kräftemessen in Renaissance-Kostümen auf der Ponte di Mezzo. Wer im Juni kommt, sollte also etwas mehr Zeit einplanen als nur für die Besichtigung des Schiefen Turms – Sie werden es nicht bereuen.

Ideale Reisezeit für Pisa
Der Domplatz ist in der Hochsaison belagert von Reisegruppen aus aller Welt. Wer zeitlich nicht festgelegt ist, wählt besser das Frühjahr oder den Herbst für die Besichtigung. Und nehmen Sie sich etwas Zeit, um auch die Stadt Pisa selbst zu besuchen.
Erstklassige Hotels in Pisa
Eine der ersten Adressen in Pisas Altstadt ist das exklusive Hotel Relais Dell’Orologio. Erbaut im 14. Jahrhundert, liegt das Hotelgebäude nur etwa 200 Meter von der Piazza dei Miracoli entfernt. 600 m vom Bahnhof Pisa Centrale entfernt liegt das Five Roses Bed & Breakfast. Das traditionell eingerichtete Hotel strahlt eine freundliche familiäre Atmosphäre aus, außerdem lassen sich von hier aus alle Sehenswürdigkeiten Pisas problemlos zu Fuß erreichen.
Modern ausgestattet ist das 121 Zimmer zählende Abitalia Tower Plaza, ein Designhotel mit Dachterrasse und Pool, das zwei Kilometer vom Schiefen Turm entfernt liegt. Die Zimmer sind sehr elegant eingerichtet, zusätzlich gehört ein Wellnesscenter mit Fitnessraum zum Hotel. Ebenfalls im zeitgenössischen Design gehalten ist das durch seine Glasfassade faszinierende Vier-Sterne-Hotel San Ranieri, gelegen zwischen Innenstadt und Flughafen. Die Einrichtung der 90 Hotelzimmer des San Ranieri Hotels ist sehr stylisch und auch die schöne Terrasse verdient Erwähnung.
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Unterkunft in Pisa finden
Mark Twain in Pisa
Auch der berühmte amerikanische Schriftsteller Mark Twain hielt sich zwischen 1878 und 1879 in Pisa auf. In seinen Reiseerinnerungen beschreibt er seine Erlebnisse in dem für ihn typischen Stil. Die Lektüre lädt zum Nachverfolgen seiner Spuren ein.





