Insel Montecristo

In Italien gibt es viele Geheimtipps. Doch Traumhäfen in winzigen Dörfern oder rustikale Restaurants sind unspektakulär, wenn man sie mit der mystischen Insel vergleicht, die nur zweimal im Jahr besucht werden kann.

Eine Insel könnte nicht exklusiver sein: Die Insel Montecristo gehört zu Italien und liegt in der Toskana. Sie ist streng geschützt, nur 1.000 Besucher dürfen die Insel an zwei verschiedenen Tagen im Jahr besuchen. Die mystische Geschichte und die Artenvielfalt des Ortes macht ihn zu einem speziellen und aufregenden Reiseziel.


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Wer lebt auf der Insel?

Heute ist Montecristo praktisch unbewohnt und es gibt nur noch wenige Arbeiter auf der Insel, die sich um den Forstbestand kümmern. Die Natur hat sich die Insel gänzlich zurückerobert. Bis ins 16. Jahrhundert war die Insel die Heimat einer Gemeinschaft von Mönchen, im Kloster San Mamiliano lassen sich bis heute Überreste finden.

Heute können Sie auch die Höhle besichtigen, in welcher der Maximiliano gelebt haben soll. Das einzige Haus auf der Insel Montecristo, das heute das Forstamt beherbergt, ist die von einem Engländer erbaute Villa Reale in Cala Maestra, in welchem zusätzlich auch noch ein kleines Naturkundemuseum errichtet wurde. Allerdings ist ein Besuch nicht wirklich notwendig, da die gesamte Insel ein einziges Museum ist, was Tiere und Natur angeht.

Ein Urlaub am Strand? Nicht hier!

Um nach Montecristo zu gelangen, müssen Sie ein Antragsformular ausfüllen und hoffen, dass Sie zu den wenigen gehören, die die Insel besuchen dürfen. Forscher und Schulgruppen sind die ersten, die eine Genehmigung erhalten. Um einen Platz zu bekommen, muss man Geduld und Glück haben.

Einzigartige Natur

Die Insel Montecristo besteht größtenteils aus grauem oder rosafarbigem Granit und sieht in etwa aus, wie eine Pyramide, was ihr einen gewissen Anmut verleiht.

Die höchsten Berge von Montecristo sind der Monte Fortezza und der Cima dei Lecci. Die sehr steilen Küstenfelsen machen den Zugang zur Insel schwierig und mühsam. Nur an der westlichen Seite der Insel gibt es eine Stelle an der man anlegen kann und auf die Insel gelangt.

Die klimatischen Bedingungen auf der Insel begünstigten das Aufblühen der Flora und Fauna vieler Arten, die einst im gesamten toskanischen Archipel präsent waren. Die Natur besteht dort zu einem Großteil aus mediterraner Buschvegetation mit Erika, Rosmarin, Zistrosen und Helichrysum und ist ein wichtiges Refugium für Zugvögel.

Was die Tierwelt betrifft, so ist die Wildziege sicherlich ein sehr gutes Beispiel, Marineführer haben sie zur antiken Zeit mitgebracht und heutzutage hat sie sich optimal an die Umgebung angepasst. Die Insel ist auch die Heimat des seltenen Discoglossus sardus, einer seltenen Froschart sardisch-korsischen Ursprungs. Man fühlt sich wie in ein Land vor unserer Zeit zurückversetzt.

Die Insel Montecristo liegt auf dem Weg vieler Zugvögel, und ist auch die Heimat wichtiger Seevögel wie der Korallenmöwe und des Mittelmeersturmtauchers. Die Insel ist auch die Heimat von Raubvögeln wie dem Turmfalken, dem seltenen Steinadler und einigen Rabenvögeln. Zudem beheimatet sie endemischer Reptilienarten wie der gelbgrünen Laufschlange und der Montecristo-Natter.

Die Meeresflora und -fauna um Montecristo ist ebenfalls sehr reichhaltig. Auf dem Meeresboden von Montecristo gibt es Wiesen mit Neptungras, sowie Seeanemonen. Bis vor 40 Jahren war die Insel der natürliche Lebensraum der Mönchsrobbe, einer Art, die im Mittelmeer leider nur sehr selten vorkommt. Die Insel liegt im Walschutzgebiet Pelagos.

Das Naturschutzgebiet und seine Nutzung

Die gesamte Insel Montecristo und die kleine vorgelagerten Inseln, sind Naturschutzgebiete der Zone 1, welches die Inseln bis zu einem Kilometer auf das Meer hinaus schützt.

Der Europarat, welcher die Insel zum biogenetischen Reservat erklärt hat, hat die jährliche Zahl der Touristen auf 1.000 Personen begrenzt, hauptsächlich Wissenschaftler und Naturschutzverbände. Von diesen 1000 Besuchern reserviert der Nationalpark seit einigen Jahren 100 Plätze auf Montecristo für Menschen, die auf der Insel Elba wohnen.

Die Geschichte von Montecristo

Der Legende nach stammt der Name Montecristos von San Mamiliano. Der, nachdem er Gefangener und dann Sklave geworden war, entkam und sich auf die Insel Montecristo zurückzog. Er allein lebte und in einer Höhle namens Grotta del Santo meditierte und die Insel “Mons Christi” nannte.

Zudem wird von einem geflügelten Drachen gesprochen, welcher die Insel an Mamilianos Hand bewachte jedoch irgendwann ermordet wurde: An der Stelle, an der der Drache im Kampf besiegt wurde, sprudelte eine Quelle mit kristallklarem Wasser hervor.

Berühmt wurde die Insel durch den Roman “Der Graf von Montecristo“, der die bekannte Geschichte eines Schatzes erzählt, der auf Montecristo im Kloster von San Mamiliano versteckt ist, welche um 1700 von den Mönchen des Benediktinerstamms errichtet wurde. Ob jemals danach gesucht wurde oder ob der Schatz gar gefunden wurden ist, kann nicht geklärt werden.

Warum sollte ich da hin?

Aber der Besuch lohnt sich wirklich, denn die Insel Montecristo wurde bis heute vor einem Großteil der Touristen verschont. Nur vier Personen leben dort, zwei Naturschützer und zwei Beamte der italienischen Förster.

Die gesamte Insel Montecristo wurde zu einem Naturschutzgebiet erklärt. Während Ihres Besuchs müssen Sie stets den Anweisungen der Einwohner folgen, die Sie an der einzigen Anlegestelle der Insel abholen werden. Montecristo hat strenge Regeln. Zum Beispiel können Sie einen Strandurlaub sofort vergessen, da die Küste nur bis zu einem Kilometer landeinwärts zu sehen ist.

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