Insel Giglio
Inhalt
Giglio ist nach Elba die zweitgrößte Insel des Toskanischen Archipels und liegt rund 16 km vor dem Monte Argentario. Die Fähre ab Porto Santo Stefano braucht etwa eine Stunde. Die Insel ist zu rund 90 % mit Macchia bedeckt und bietet klares Wasser, ein mittelalterliches Bergdorf und ruhige Buchten – ideal für Tagesausflüge und entspannte Badeferien.
Giglio auf einen Blick
- Anreise: Fähren von Toremar und Maregiglio ab Porto Santo Stefano, Fahrzeit ca. 1 Stunde, mehrmals täglich.
- Größe: gut 21 km², höchster Punkt Poggio della Pagana (496 m); rund 1.400 Einwohner.
- Orte: Giglio Porto (Hafen), Giglio Castello (Bergdorf), Giglio Campese (Strandort).
- Auto: Vom 3. bis 24. August 2026 dürfen Autos und Motorräder mit italienischem Kennzeichen nur mit mindestens 5 Übernachtungen (Camping: 4) auf die Insel; ausländische Kennzeichen sind ausgenommen.
- Gemeinde: Zur Gemeinde Isola del Giglio gehört auch die kleine Insel Giannutri.
Anreise nach Giglio
Alle Fähren nach Giglio starten in Porto Santo Stefano auf dem Monte Argentario und kommen in Giglio Porto an. Zwei Reedereien, Toremar und Maregiglio, fahren ganzjährig; die Überfahrt über rund 20 km dauert etwa eine Stunde. Im Sommer gibt es deutlich mehr Abfahrten – die erste meist gegen 7:30 bis 8 Uhr, danach etwa im Stundentakt bis zum Nachmittag, die letzten Rückfahrten am frühen Abend. Im Winter fahren weniger Schiffe. Bei Maregiglio kostet ein Erwachsenenticket je Strecke 14,50 € (Nebensaison) bzw. 16 € (Hochsaison), zuzüglich Anlandegebühr für die Insel (3 € von April bis Oktober, sonst 2 €); ein Auto bis 4,5 m kostet 48 bzw. 56 € (Listenpreise laut Reederei, Stand November 2026). Preise hängen von Saison, Uhrzeit und Reederei ab, online gibt es teils Rabatte. Im Juli und August sollten Sie vor allem für Fahrzeuge und an Wochenenden vorab online buchen.
Porto Santo Stefano erreichen Sie über die Aurelia (SS1) und den Damm von Orbetello. Am Hafen gibt es kostenpflichtige Parkplätze, die im Hochsommer früh voll sind. Die Küste rund um den Monte Argentario stellen wir in unserer Tour von Grosseto zum Monte Argentario vor.
Mit dem Auto oder Wohnmobil nach Giglio?
Die Insel ist klein, die Straßen sind eng und kurvig, Parkplätze in den Orten knapp. Für Tagesausflüge lassen Sie das Auto besser in Porto Santo Stefano. Im Hochsommer beschränkt Giglio zudem die Zahl der Fahrzeuge: Vom 3. bis 24. August 2026 (einschließlich) dürfen Autos und Motorräder mit italienischem Kennzeichen nur auf die Insel, wenn ihre Besitzer mindestens 5 Tage auf Giglio übernachten – auf dem Campingplatz genügen 4 Tage. Nötig ist eine Selbsterklärung (autocertificazione) mit Fahrzeug- und Unterkunftsdaten, die bei der Ankunft vorgezeigt und im Fahrzeug mitgeführt wird. Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen, Fahrzeuge von Inselbewohnern und Nutzfahrzeuge sind laut Reederei Maregiglio ausgenommen (Stand 2026). Für Wohnmobile nennt die Regelung keine eigene Vorgabe – fragen Sie im Zweifel bei der Reederei oder beim Campingplatz nach. Die Daten werden jedes Jahr neu festgelegt.
Unterwegs auf der Insel
Linienbusse verbinden Giglio Porto, Giglio Castello und Giglio Campese; dazu gibt es Taxis (auch Kleinbusse) sowie Verleiher für Roller und Autos. Von Castello nach Campese sind es rund 5 km. Wer gern wandert, erreicht die Orte und viele Buchten auch auf Wanderwegen und Maultierpfaden.
Die Orte auf Giglio
Giglio Porto
Hier kommen die Fähren an. Der kleine Hafen mit bunten Häusern, Cafés und Fischrestaurants ist das Zentrum der Insel. Am Hafen steht der Sarazenenturm, den Großherzog Ferdinand I. 1596 zum Schutz vor Piratenüberfällen errichten ließ.
Costa Concordia: Am 13. Januar 2012 lief das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia vor Giglio Porto auf die Felsen der Scole und kenterte; 32 Menschen kamen ums Leben. Das Wrack wurde im Juli 2014 aufgerichtet, aufgeschwommen und zur Verschrottung nach Genua geschleppt. An die Opfer erinnert die Insel jedes Jahr am Jahrestag des Unglücks.
Giglio Castello
Das mittelalterliche Dorf liegt hoch oben auf dem Berg, umgeben von einer gut erhaltenen Stadtmauer mit Türmen. Durch enge Gassen, Treppen und Bögen geht es zur Burg (Rocca) mit weitem Blick über das Meer – bei klarer Sicht bis Giannutri, Elba und Korsika. In der Kirche San Pietro Apostolo wird ein Elfenbeinkruzifix aus dem 16. Jahrhundert aufbewahrt, das Giambologna zugeschrieben wird. Am 10. August feiert Castello sein Patronatsfest San Lorenzo. Busse verbinden das Dorf mit Porto und Campese.
Giglio Campese
Der Ferienort im Westen liegt an der größten Bucht der Insel mit langem Strand und dem markanten Medici-Turm (Torre del Campese), der um 1700 zur Überwachung der Bucht entstand. Da Campese nach Westen schaut, lässt sich hier besonders schön der Sonnenuntergang beobachten. Etwas nördlich des Ortes liegt der Campingplatz der Insel.
Strände, Natur und Tauchen
| Strand | Lage | Untergrund | Zugang |
|---|---|---|---|
| Campese | Westküste | Sand und Kies | Straße, Bus; Bars und Toiletten |
| Arenella | nördlich von Giglio Porto | feiner Sand | Auto, Roller, Bus |
| Cannelle | südlich von Giglio Porto | heller Sand | kurzer Fußweg ab Hafen oder Auto |
| Caldane | südlich von Cannelle | Sand, kleinste Bucht | nur per Boot oder anspruchsvoller Fußweg (30–40 Min. ab Cannelle) |
| Pozzarelli | nahe Giglio Porto | Fels mit Kiesstellen | kurzer Spaziergang vom Ort |
| Pertuso | Südwestküste | Kies und Fels | Fußweg oder per Boot |
Campese, Arenella und Cannelle sind im Sommer gut besucht; in die kleineren Buchten nehmen Sie Wasser und Proviant mit, weil es dort keine Bars gibt. Viele Felsbuchten erreicht man am einfachsten bei einer Bootstour rund um die Insel.
Rund 90 % der Insel sind von mediterraner Macchia bedeckt; Giglio gehört zum Nationalpark Toskanischer Archipel. Wanderwege verbinden die Orte und führen zu Aussichtspunkten. Auf den Terrassen der Insel wächst der Weißwein Ansonaco. Weitere Strände an der Küste des Festlands finden Sie bei den Stränden der Toskana.
Tauchen und Schnorcheln
Giglio gilt als eines der besten Tauchreviere der Toskana: Steilwände mit roten und gelben Gorgonien, Schwämme, Neptungraswiesen, Muränen, Zackenbarsche und Bernsteinmakrelen. Bekannte Tauchplätze sind die Secca della Croce nördlich von Giglio Porto (Wände bis etwa 50 m), die Secca Zampa di Gatto (27–45 m), Le Scole südlich des Hafens, der Scoglio del Corvo, der Scoglio di Pietrabona und die Punta del Capel Rosso an der Südspitze. Tauchbasen auf der Insel bieten geführte Tauchgänge und Kurse an. Zum Schnorcheln eignen sich die Felsen an den Rändern von Cannelle, Arenella und Campese. Vor Campese wurde zudem ein etruskisches Schiffswrack aus der Zeit um 600 v. Chr. entdeckt.
Tagesausflug oder Urlaub auf Giglio?
Giglio als Tagesausflug
Ein Tagesausflug lohnt sich: Mit einer Fähre am Morgen und der Rückfahrt am frühen Abend bleiben Ihnen rund acht Stunden. Ein möglicher Ablauf: Bummel durch Giglio Porto, mit dem Bus hinauf nach Giglio Castello, Mittagessen im Bergdorf und am Nachmittag Baden in Campese – oder einfach am Hafen bleiben und zu Fuß nach Cannelle oder Arenella gehen. Lassen Sie das Auto am Festland und prüfen Sie die Abfahrt der letzten Rückfähre.
Übernachten auf Giglio
Wer tauchen, wandern oder die abendliche Ruhe nach Abfahrt der Tagesgäste erleben möchte, bleibt einige Nächte. Auf Giglio gibt es Hotels, private Ferienwohnungen und einen Campingplatz bei Campese. Im Juli und August sollten Sie früh buchen – das Angebot ist begrenzt und viele Italiener verbringen hier ihre Sommerferien.
Hotels und Ferienwohnungen auf der Insel finden Sie bei Booking.com, etwa in Giglio Porto und Giglio Castello.
Unterkunft auf Giglio finden
Ausflüge ab Giglio
Von Giglio und Porto Santo Stefano lassen sich weitere Inseln erreichen: die kleine Insel Giannutri gehört zur selben Gemeinde. 2026 starteten zwei der geführten Touren nach Montecristo (22. Mai und 12. Juni) in Porto Santo Stefano mit Halt auf Giglio. Das Meer rund um Giglio liegt im Pelagos-Schutzgebiet für Wale und Delfine. Die größte Insel des Archipels stellen wir auf unserer Seite Elba vor.
Organisierte Schnorchel- und Tauchausflüge zu den Inseln Giglio und Giannutri – meist ab Porto Santo Stefano oder Porto Ercole – finden Sie bei GetYourGuide (Isola del Giglio).
Häufige Fragen zur Insel Giglio
Wie kommt man auf die Insel Giglio?
Mit der Fähre ab Porto Santo Stefano auf dem Monte Argentario. Toremar und Maregiglio fahren ganzjährig mehrmals täglich nach Giglio Porto, die Überfahrt dauert etwa eine Stunde.
Darf man mit dem Auto auf die Insel Giglio?
Grundsätzlich ja. Vom 3. bis 24. August 2026 dürfen Fahrzeuge mit italienischem Kennzeichen aber nur bei mindestens 5 Übernachtungen (Camping: 4) und mit Selbsterklärung auf die Insel. Ausländische Kennzeichen sind laut Reederei ausgenommen. Für Tagesausflüge lassen Sie das Auto besser am Festland.
Lohnt sich ein Tagesausflug nach Giglio?
Ja. Mit einer Fähre am Morgen bleiben Ihnen mehrere Stunden für Giglio Porto, das Bergdorf Giglio Castello und einen Badestopp in Campese, Cannelle oder Arenella.
Welcher ist der schönste Strand auf Giglio?
Campese ist der größte und familienfreundlichste Strand. Arenella und Cannelle bei Giglio Porto haben feinen Sand und sehr klares Wasser; Caldane ist nur zu Fuß oder per Boot erreichbar.
Wo lag die Costa Concordia?
Das Kreuzfahrtschiff lief am 13. Januar 2012 vor Giglio Porto an den Felsen Le Scole auf. Das Wrack wurde im Juli 2014 abgeschleppt und in Genua verschrottet.
Kann man auf Giglio tauchen?
Ja, Giglio ist eines der bekanntesten Tauchreviere der Toskana mit Gorgonienwänden, etwa an der Secca della Croce oder Punta del Capel Rosso. Tauchbasen auf der Insel bieten geführte Tauchgänge an.







