Castiglione della Pescaia

Die Gemeinde Castiglione della Pescaia liegt in der Toskana, direkt an der Maremmaküste am Tyrrhenischen Meer und gehört zur Provinz Grosseto. Die Gemeinde hat rund 7.200 Einwohner und eine Größe von 209 km². Sie liegt ca. 125 km südlich von Florenz. Geprägt wird das Bild des beliebten Badeortes durch die mittelalterliche Burg, die den gesamten Ort überragt. Zu den direkten Nachbargemeinden sind die Orte Scarlino, Gavorrano und Grosseto.

Wo ist Castiglione della Pescaia?


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Sehenswürdigkeiten

Die Rocca, die über der Stadt drohende Burg, stammt aus dem 12. und 14. Jahrhundert. Der Turm befindet sich in Privatbesitz und ist daher öffentlich nicht zugänglich. Ein Teil der heute noch erhaltenen Befestigungsanlagen wurden erst im 15. Jahrhundert durch die Florentiner errichtet. Innerhalb des Mauerrings der Festungsanlage befinden sich die Kirche und der Palazzo Comunale.

Die Pfarrkirche ist ebenfalls eine der herausragenden Sehenswürdigkeiten des Ortes und statmmt aus dem 11. Jahrhundert. Zu den herausragenden Gebäuden in Castiglione della Pescaia zählt ebenfalls der Palazzo Pretorio, der aus dem Mittelalter stammt und im 18. Jahrhundert umfangreich renoviert wurde. Der Palazzo Camaiori stammt aus dem 15. Jahrhundert, der Palazzo Centurioni ebenfalls aus dem Mittelalter, der im 20. Jahrhundert renoviert wurde.

Ein weiteres Gebäude, der Palazzo dello Spedale, stammt aus dem 16. Jahrhunderts. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten des Ortes zählen die beiden Sakralbauten, die Kirche Santa Maria Assunta, die mit Fresko des Malers Giuseppe Nicola Nasini ausgestattet ist. Auch die Kirche Sant’Andrea Apostolo ist nicht nur ein Gotteshaus. Sie verfügt über Stuckarbeiten des bekannten Andrea Ferrari aus Lugano und verwahrt die Reliquien des Heiligen Guglielmo di Malavalle.

Strand und Hafen

Strand von Castiglione della Pescaia
Strand von Castiglione della Pescaia

Berühmt ist Castiglione della Pescaia vor allem wegen seinem herrlichen Strand. Umgeben von historischen Sehenswürdigkeiten, von Weinbergen und sanften Hügellandschaften bietet der Strand Spiaggia di Punta Ala für Familien eine ideale Kulisse für einen Ausflug. Der Strand fällt sanft zum Meer hin ab.

Auch die anderen Sandstrände in der Umgebung der Gemeinde, der Spiaggia delle Marze und der Spiaggia delle Rocchette verfügen über ideale Bedingungen zur Ruhe und Erholung. Die Strände sind breit und modern eingerichtet. Es gibt dort viele Serviceleistungen.

Der Blick an den Stränden fällt hier nicht nur auf das Meer. Gegenüber befindet sich die Insel Elba. Trotz der zahlreichen Touristen, die jährlich die Strände besiedeln, hat sich Castiglione della Pescaia den Charme des Fischerortes erhalten können. Die Altstadt ist geprägt von engen Gassen und von Treppenaufgängen, die in die nächsthöher gelegene Straße führen.

Die Strände sind ausgestattet mit Liegen und mit Sonnenschirmen. Es besteht hier die Möglichkeit an Wassersportaktivitäten teilzunehmen. Hierzu gehören Kite-Surfen und Windsurfen.

Hafen von Castiglione della Pescaia

Vom Hafen von Castiglione della Pescaia erreicht man mit Ausflugsschiffen nicht nur für einen Tagesausflug die Insel Elba. Angesteuert werden auch die Insel Giglio und Giannutri. Direkt am Hafen kann auch frischer Fisch gekauft werden.

Abgesehen vom Strandleben bietet sich von diesem Ort aus auch die Möglichkeit Wanderungen in die nähere Umgebung zu unternehmen. Umgeben ist der Ort von ausgedehnten Pinienwälder. Diese Wälder stammen aus der Zeit, als die Region vom Adelsgeschlecht Habsburg-Lothringen beherrscht wurde.

Ein beliebtes Ausflugsziel vor den Toren von Castiglione della Pescaia ist auch das nahegelegene Sumpfgebiet. Dieses erstreckt sich zwischen dem Fluss Bruna und dem Fluss Ombrone und hat eine Größe von ca. 1000 Hektar. Dieses Sumpfgebiet ist das größte in ganz Italien. Ausgewiesen ist das Gebiet auch als
Vogelschutzgebiet. Dieses grenzt wiederum an den nur unter strikten Voraussetzungen zugänglichen Parco Naturale della Maremma.

Geschichte und wirtschaftliche Entwicklung

Das Gebiet südlich der Flussmündung des Bruna war zur Zeit der Etrusker noch von einem riesigen Salzsee bedeckt. Der Ort, wo sich die Gemeinde heute befindet, wurde von den Römern schon erwähnt. Die genaue Lage der Siedlung ist allerdings nicht mehr nachvollziehbar.

Eine Castellione della Piscaria wurde im 9. Jahrhundert in einer Urkunde von Ludwig dem Frommen erwähnt. Der Schutzpatron des Ortes, Wilhelm von Malavalle, soll in der Gegend damals als Eremit gelebt haben. Die mittelalterliche Burg stammt aus der Zeit, als die Pisaner die Region beherrschten.

Nach der Eroberung von Pisa durch Florenz wurde, stand der Ort unter Herrschaft der Medici-Republik. Ab 1569 gehört der Ort zum Großherzogtum Toskana und von 1737 bis 1860 zu Habsburg-Lothringen.

Wirtschaftlich war die Region um Castiglione della Pescaia schon immer von Interesse für die verschiedenen Herrscher. Während der Herrschaft der Pisaner hatte der Hafen der Siedlung eine strategische und vor allem militärische Bedeutung. Erst im 19. Jahrhundert siedelten sich in der Region Fischer an. Auch heute noch ist der Ort vom Fischfang geprägt.

Am Ende des 20. Jahrhunderts entstanden in der Region die ersten Hotels, Campingplätze und Appartementanlagen. Und damit wuchs die Bedeutung als Touristenort. Vor allem in den Sommermonaten ist der Ort von Touristen stark bevölkert. Im Hochsommer kommen die ansässigen Restaurants und Cafés an ihre Kapazitätsgrenzen.

Nachtleben

Castiglione della Pescaia ist auch bekannt wegen seinem Nachtleben. In dieser Region der Toskana ist der Ort das wichtigste Zentrum des Nighlife. Im Ort gibt es zahlreiche Restaurants und Bars.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Maurizio Rovati