Montecatini Terme, Ort der sieben Thermen

Lagebeschreibung des Ortes

Montecatini Terme ist eine Kleinstadt mit circa 22.000 Einwohnern und in der Provinz Pistoia gelegen. Pistoia ist ein Gebiet in der italienischen Toskana und mit ungefähr 200.000 Einwohnern die größte Provinz der Toskana. Montecatini Terme liegt geografisch gesehen mittig zwischen Florenz und Viareggio in einer malerisch schönen Landschaft aus grün bewaldeten und getreideträchtigen, kleinen Hügelerhebungen, zentral in der Valdinievole.

Die Stadt bietet, neben einigen erholungsbietenden Thermen auch viele Gebäude der “Art-Nouveau Architektur”. Montecatini Alto, ein kleines Bergdorf, gehört zur Gemeinde dazu und ist mit der ältesten noch in Betrieb stehenden Seilbahn Italiens zu erreichen ist.

Wissenswertes zur Geschichte der Kleinstadt

Das Montecatini Castello, das heutige Montecatini Alto, wurde schon im Mittelalter erwähnt. Einem nahegelegenen Heilbad ähnlich, sollte zu der damaligen Zeit dank des salzhaltige Wassers der Gegend auch eines in Montecatini gebaut werden. Dies beweist eine Schrift, die aus dem Jahr 1340 stammt. Um die Zeit des Mittelalters befanden sich die Einwohner der Stadt in großen Notlagen und mussten viele Epidemien, sowie Krankheiten und Kriege bekämpfen. Die Städte Florenz, Pisa und Lucca kämpften nebenbei um die Eroberung Montecatini Terme was zur Folge hatte, dass dadurch die Bevölkerung gezwungen wurde, in die Hügel rund um Montecatini zu ziehen. Schauplatz dieser Auseinandersetzungen war der Stadtkern, sodass für die Einwohner der Stadt ein Leben im Zentrum nicht mehr möglich war.

Ab dem 14.Jahrhundert stand die Valdinievole unter der Herrschaft der Stadt Florenz, und damit der berühmten Familie Medici. Montecatini bestand zur damaligen Zeit aus sehr vielen Sümpfen, daher wollte man etwas bauen, um diese überqueren zu können. Cosimo de’ Medici war der erste, der einen Brückendamm baute, sodass es daraufhin möglich war, das schlammige Wasser Montecatinis und der sumpfigen Umgebung zu überqueren.

1898 wurde eines der Wahrzeichen der Stadt, und nahezu ein Wahrzeichen ganz Italiens eingeweiht: die Standseilbahn zum Castello.

Bahn in Montecatini Alto
Standseilbahn zum Castello in Montecatini Alto

Thermen in Montecatini Terme

Thermalbäder sind in dem wunderschönen italienischen Ort keine Seltenheit und so lassen sich dort sieben Stück an der Zahl besuchen. Diese laden zu wohltuenden Heilbehandlungen, zu Wellnesswochenenden oder einfach für einen spontanen Erholungsurlaub für Körper und Geist ein.

In den Thermen findet jeder für sich das Richtige: es gibt Trinkkuren, Ayurveda, Massagen oder Fangoanwendungen. Die Möglichkeiten der Erholung in Montecatini Terme sind groß. Der Ort ist ideal um die Seele baumeln zu lassen, einfach mal nichts zu tun und vom Alltagswahnsinn abzuschalten.

Zwei der bekanntesten Thermen sind Leopoldine und Stabilimento Tettuccio. Sie befinden sich im Parcours delle Terme. Wie der Name des Parks schon vermuten lässt, ein weitläufiger Park, der zu den verschiedenen Thermen führt. Die riesige Parkanlage erstreckt sich über eine Fläche von 420.000 Quadratkilometern.

Zu den bekanntesten Termen zählen die bereits genannten Termen Leopoldine und die Terme Stabilimento Tettuccio.

Wann sind die Thermen in Montecatini geöffnet?

Der Öffnungszeitraum der Termen liegt zwischen Mai und Oktober und die Anlagen haben, neben ihrem funktionalen Effekt, nämlich der Gesundheitsförderung, auch einen ästhetischen.

Die Bauten sind in wundervollem architektonischen Stil erbaut worden und passen damit sehr gut in das Bild der Toskana. Prachtvolle Säulenbauten und uralte Gemäuer sind hierbei nur ein Teil der architektonischen Augenweide. Die meisten Menschen, die sich hier aufhalten sind aus gesundheitlichen Gründen oder zum Entspannen im Termalbereich. Stoffwechselerkrankungen, Beschwerden des Magen-Darm Trakts oder Atemwegserkrankungen, sowie Bewegungseinschränkungen sind nur ein Teil der Leiden, die durch die Anwendungen in der Terme gelindert werden können.

Sehenswertes, Besonderes und Ausflugsmöglichkeiten

Das Besondere, nämlich die vielen Möglichkeiten der Thermennutzung, wurden bereits angesprochen, jedoch bietet Montecatini Terme auch daneben ein paar Ausflugsmöglichkeiten. Diese sind abseits von Wellness und Körperbehandlungen zu finden.

Bergdorf Montecatini Alto

Ein tolles Ausflugsziel ist mit Sicherheit das Bergdorf Montecatini Alto, das entweder über die Seilbahn zu erreichen ist oder aber Sie verbinden den Ausflug in das Dorf mit einer Wanderung, die sich von Montecatini Terme Stadt bis nach oben ins Alto zieht. Oben haben sie einen wundervollen Blick über die toskanische Landschaft und können im Bergdorf eine kleine Burg und eine prächtige Kuppel bestaunen. Wenn Ihnen eher nach etwas Gelassenem und einem Cappuccino in der italienischen Mittagssonne ist, dann genießen Sie diesen doch am besten im Zentrum auf dem Piazza Giuseppe Giusti.

Tropfsteinhöhle “Grotta Maona

Etwas außerhalb des Kurort befindet sich ein weiteres Ausflugsziel, das von Touristen, wie aber auch von Einheimischen gerne besucht wird. Gemeint ist die Tropfsteinhöhle mit dem Namen “Grotta Maona”, die ab April bis Mitte Oktober für Besucher offen steht. Auch hierher können Sie ab Montecatini Stadt laufen oder Sie erreichen die Höhle mit den öffentliche Verkehrsmitteln. Die Grotte liegt nur etwa zwei Kilometer vom Stadtkern Montecatini Terme entfernt. Die Tropfsteinhöhle, die eine Länge von 200 Metern misst, besteht aus den bekannten Steinen Stalagmiten und Stalaktiten. Zudem sind in der Höhle und das ist eine kleine Besonderheit, zwei unterirdische Seen zu bestaunen. Vom zweiten See aus führt ein Weg wieder an die Oberfläche, sodass man nicht bis zum Eingang zurückkehren muss. Dies stellt in allen Höhlen Italiens eine Besonderheit dar. Gerade in den Sommermonaten wird die Höhle sehr gerne besucht, da ihre Temperatur bei stabilen 15 Grad Celsius liegt.

Wochenmarkt und Events in der Umgebung

Der wöchentliche Markt, der mit heimischen und regionalen Produkten sowohl Touristen, als auch Einwohner des Ortes anlockt, findet immer am Donnerstag zwischen der Via Garibaldi und der Via Martini im Zentrum des Örtchens statt.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Stefano Sansavini - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0