Insel Giannutri im Süden des Toskanischen Archipels

Die Insel Giannutri – ein Paradies der Natur mit kristallklarem Wasser und unglaublichen Meeresgründen

Bei der Insel Giannutri handelt es sich um die südlichste Insel des toskanischen Archipels. Die Insel weist eine einmalige Form auf – ein Halbmond.

Die Insel selbst ist wie ein Paradies außerhalb von Raum und Zeit. Es gibt auf der Insel keine Autos oder Straßen. Auch die üblichen Touristik-Strukturen sucht man auf der Insel vergebens. Das liegt daran, dass die Insel überwiegend in Privatbesitz ist.

Ungewöhnlich für ein Insel gibt es auf Giannutri nur einen einzigen Sandstrand, der recht klein ist und in der Bucht Cala Maestra gelegen ist.

Die Küste der Insel Giannutri ist sehr felsig und zerklüftet und bietet ein besonders Naturschauspiel. Die Gewässer vor der Insel sind kristallklar. Aufgrund einiger vor der Insel liegender Schiffswracks sind diese Gewässer vor allem für Taucher interessant. Jedes Jahr erkunden Tausende von ihnen die Schiffwracks und Gewässer vor der Insel.

Wissenswertes über die Insel Giannutri

Die Insel weist eine Größe von 260 ha auf und ist somit die zweitkleinste Insel der Toskana. Dabei ist sie 3 km lang und nur 500 m breit. Höchster Punkt der Insel ist der Poggio Capel Rosso. Er misst 88 Meter. Die Insel liegt etwa sechs Seemeilen vom Monte Argentario und 8 Seemeilen von Giglio entfernt.

Die Insel besteht komplett aus Kalksteinfels. Sie wird von der Gemeinde Isola del Giglio verwaltet, die zum Landkreis Grosseto gehört.


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Eine besondere Sehenswürdigkeit auf der Insel Giannutri – die Villa Domizia

Auf der Insel befinden sich die Ruinen einer römischen Villa. Diese stammt aus dem 2. Jahrhundert v.Chr. und können besichtigt werden. Erbaut wurde die Villa vermutlich von der Familie Domizi Enobarbi. Es handelt sich bei dieser Familie um eine alte römische Patrizierfamilie. Zum Stammbaum der Familie gehört die Mutter von Nero.

Insgesamt hat die Villa eine Fläche von 5 Hektar. In ihr ist eine riesige Terrasse enthalten. Diese hatte einen direkten Zugang zum Meer über eine Treppe. Die Böden bestanden Ausgrabungen zufolge aus empfindlichem Marmor oder schwarz-weißen Mosaiken.

Die Villa bot Platz für Wohnungen für die kaiserliche Familie (mit Heizsystem), sowie Unterkünfte für die Sklaven. Hinzu kamen Termen. Das System für diese Termen ist immer noch gut auf der Insel erkennbar. Auf der ganzen Insel befanden sich Zisternen und Rohre, die das Regenwasser verteilt haben.

Die Überreste der Villa befinden sich zentral-westlich auf der Insel. Sie lag genau zwischen dem Hafen (an der Bucht Cala Maestra) und der Punta Scaletta (hier befanden sich die Wohnanlagen der Insel).

Das Haupthaus der Villa befand sich auf einem Hang, der zum Meer abfiel. Es bestand aus vielen Terrassen auf unterschiedlichen Ebenen. Neben dem Haupthaus gab es ein Gebäude mit mehreren Zimmer (Conventacci).
Villa und Hafen verband ein Weg. Dieser Weg befindet sich heute in privatem Besitz und ist leider vollkommen unzugänglich. An diesem Weg befinden sich die Überreste von vielen weiteren Gebäuden. Bei einigen kennt man heute die Funktion nicht mehr, ansonsten waren es vor allem Bäder und Termen.

Insel Giannutri
Nur in der Bucht von Cala Maestra und Cala Spalmatoio darf geankert werden

Geschichte der Insel Giannutri

Auf der Insel wurden viele prähistorische Werkzeuge und Waffen gefunden. Dies spricht für eine sehr frühe Besiedelung der Insel. Es gibt dort ebenfalls viele römische und etruskische Bauwerke.
Darüber hinaus hinterließen die Römer auch Spuren eines Hafens. Der antike Hafen liegt an der Bucht von Spalmatoio.
Die vielen Seewracks rund um Giannutri stammen von der Schifffahrtsgeschichte der Insel. Sie lag auf einem alten Schifffahrtsweg, der entlang der kompletten tyrrhenischen Küste entlang geführt hat.

Leuchtturm auf Giannutri
Leuchtturm auf Giannutri

Abtauchen in tiefe Gewässer – Tauchen auf der Insel Giannutri

Neben den antiken Schiffswracks gibt es in den Gewässern rund um die Insel Giannutri noch vieles mehr zu entdecken. Für alle, die gerne tauchen oder schnorcheln gehen, ist die Insel ein richtiges Paradies.
Es gibt im Meer sehr viele Fische, die beobachtet werden können. Dazu kommt ein einmaliges Korallenriff sowie Unterwasserwiesen.

Ebenfalls lässt sich unter Wasser ein intaktes römisches Schiff bestaunen. Dieses liegt in Punta Scaletta. In der Bucht von Spalmatoio liegen viele andere Schiffwracks, darunter sowohl römische als auch etruskische Schiffe.

Die besten Tauchplätze

  • Auto von Nasim
  • Punta Secca
  • Punta San Francesco
  • Punta Pennello
  • Le Piscine
  • Cala Ischiaiola
  • Schiffswrack Anna Bianca
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Taucher vor der Küste von Giannutri

Ein Besuch auf der Insel Giannutri

Giannutri kann, obwohl hauptsächlich in privater Hand, von Touristen besichtigt werden. Mittels eines 4-Euro-Tickets bringt eine Fährgesellschaft die interessierten Touristen zu der Insel. Die Fähre fährt in der Hochsaison ein bis zweimal täglich zu der Insel. Die Überfahrt nimmt eine Zeit von einer Stunde in Anspruch. Währen der Saison werden auch Ausflüge auf die Insel angeboten.

Von Giglio aus fahren leider keine Ausflugsschiffe mehr nach Giannutri. Es gibt dort allerdings Bootsverleihe für kleine Gruppen. So ist es auch von dort möglich, auf die Insel Giannutri zu gelangen.

Die Ausflugsschiffe legen in der Bucht Cala dello Spalmatoio an. Ist das Wetter schlecht, legen sie meist auf der anderen Seite der Insel, in der Bucht Cala Maestra an. Hier gibt es den einzigen Sandstrand der Insel. Ansonsten ist es aufgrund der vielen Felsen schwer, auf der Insel anzulegen.

Bei einem Besuch auf der Insel kann diese ideal auf kleinen Wegen erkundet werden. Auf eigene Faust kann die Insel allerdings nicht erkundet werden. Nur in Begleitung eines Wanderführers ist das Erkunden der Insel möglich. Soll bei dem Besuch die römische Villa erkundet werden, muss dieser Besuch vorher reserviert werden.

Teil des Nationalparks & Meerespark

Die Insel ist sowohl Teil des Nationalparks als auch Meerespark. Die Insel ist in zwei Zonen aufgeteilt. In der ersten Zone darf nicht getaucht, geangelt oder geankert werden. Dies ist nur in Zone 2 erlaubt. Auf der ganzen Insel ist Fischen, genauso wie die Unterwasserjagd, generell verboten. Einwohner dürfen auf der Insel angeln. Touristen und Nicht-Bewohner brauchen dafür eine Genehmigung.

Das Anlegen von Yachten und Motorbooten ist nur an zwei Plätzen der Insel möglich – in der Bucht Cala Maestra und Cala Spalmatoio.

Durch diese Maßnahmen soll die Natur und Vielfältigkeit der Insel geschützt werden.

Klima & Einwohner der Insel

Das Klima auf der Insel ist sehr mediterran und auch im Winter sehr milde. Dadurch gedeihen auf der Insel viele tropische Pflanzen, wie beispielsweise Orchideen oder sogar Palmen. Dies gehört zum besonderen Bild von Giannutri.

Die Besiedelung der Insel ist nur sehr spärlich. Die meisten Häuser werden nur im Sommer bewohnt. Die Einwohnerzahl bewegt sich im unteren zweistelligen Bereich, im Sommer wohnen die meisten Personen auf der Insel.
Ideal ist die Insel daher vor allem für Urlauber, die gerne für sich alleine sind und Ruhe und Entspannung suchen. Mit ihren vielen unberührten Tauchplätzen ist die Insel allerdings natürlich auch für Sport- und Hobbytaucher einen Besuch wert.

Last Updated on 8. Juni 2020 by stasal

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2020-06-04