Toskana mit dem Fahrrad

Romantisch schlängeln sich die Straßen durch die lieblichen Hügel des Chianti, vorbei an alten Castelli und ihren Weinbergen sowie pittoresken Städtchen. Da eine Autosschnellstraße Florenz mit Siena verbindet, gibt es im Land des Chianti Classico mit seinem Gütesiegel Gallo Nero, zu Deutsch “Schwarzer Hahn”, kaum Verkehr. Man fährt mit dem Fahrrad, vorzugsweise einem Modell mit wenigstens fünf Gängen, nach Greve oder Castellina über mit Zypressen oder Pinien gesäumte Straßen und genießt pure Natur. Auf dem geometrisch eigenwilligen Marktplatz von Greve gibt es Oliven, Olivenöl, Käsespezialitäten, Wein und jede Menge Souvenirs mit dem allgegenwärtigen schwarzen Hahn. In Castellina schaut man von der Stadtmauer aus weit über das Land und kann in gemütlichen Hotels in alten Palazzi erst einmal eine Pause einlegen. Auf dem Weg mit dem Fahrrad nach Siena sollte man auf keinen Fall die Castelli di Meleto und Brolio verpassen. Hier kann auch Wein, Chianti und Sangiovese verkostet werden.

Fahrradtour um die Weinberge der Toskana

Natürlich ist die Toskana eine sportliche Herausforderung für Radfahrer. Die verschiedenen Regionen weisen unterschiedliche Schwierigkeitsgarde auf. Im Norden, in der Provinz Lucca und der Region Garfagnana sind es schon beachtliche Aufstiege, die zu meistern sind. Radtouren durch die Toskana sind eine Herausforderung, die sich Anfänger eher nicht oder nur mit guter Vorbereitung und professioneller Begleitung zumuten sollten. Oder man begnügt sich mit den Radwegen in der Maremma und bleibt dabei immer in Meeresnähe. Da genießt der weniger ambitionierte Sportler relativ ebene Strecken, die durch malerische Küstenorte führen. Aber Achtung: Auch hier gibt es hochgestreckte Hügel mit sehenswerten Ortschaften natürlich ganz oben. Die schweißtreibende Auffahrt wird belohnt durch einen unglaublichen Ausblick auf Meer und Weite und natürlich durch das entspannte Cappucino-Trinken auf einer der vielen Piazze.

Gute Detailinformationen findet der Radsportler im Internet. Empfehlenswert ist beispielsweise die Homepage www.radbild.de. Hier beschreibt der Verfasser sehr ausführlich seine selbst durchgeführten Touren mit reichlich Bildmaterial. Speziell seine Eindrücke über die besonders sehenswerten Orte decken sich mit unseren Erfahrungen, und das bedeutet, neben den Highlights Siena, Lucca und Florenz sind es besonders die Kleinstädte, natürlich auf den Hügeln, wie Volterra, Cortona, Pienza, Montalcino, Massa-Marritima, Savona und anderen. Natürlich müssen Sie nicht die Toskana von Nord nach Süd oder West nach Ost durchradeln.

Viele Regionen bieten sich an, um durch Tages-Rundfahrten entdeckt zu werden. Viele Urlaubsunterkünfte („Agriturismo“) bieten Fahrräder z. T. kostenlos an. Es ist eben ein Unterschied, vom Auto aus die Landschaft vorbei huschen zu sehen oder auf dem Fahrrad jede Straßenunebenheit und jedes Blümlein am Straßenrand spürbar zu erleben und zu bemerken.

Kostenloser Fährtransport mit dem Fahrrad nach Elba

Wissenswert ist auch, dass die Fährschiffe zu den Inseln Elba (ab Piombino) und Giglio (ab Porto San Stefano) Fahrräder kostenlos transportieren. Eine Fahrradtour um die Insel Elba gehört schon zu den Bike-Leckerbissen für Genießer auf Pedalen. Die Straßen sind gut zu befahren, die Ausblicke aufs Meer atemberaubend und falls Sie nicht gerade im Juli / August ausfahren ist der Verkehr problemlos. Dass die sprichwörtliche toskanische Gastfreundschaft noch einen Tick zunimmt gegenüber den Pedalrittern werden Sie dankbar erleben.

Fahrradstadt Lucca

Lucca kann mit einer Besonderheit aufwarten, die es sonst so in Italien nicht gibt. Auf der alten Stadtmauer, die das gesamte Zentrum umgibt, ist eine Promenade angelegt. Ãœberall gibt es Picknickplätze und Ausfahrten hinunter in die Stadt mit ihren vielen Türmen. Am bekanntesten ist sicherlich der Torre Guinigi, auf dem Steineichen wachsen, aber auch den Palazzo Pfanner mit seinem verspielten Garten muss man gesehen haben. Übrigens ist der Stadtkern autofrei, so steht dem Vergnügen auf zwei Radern bei einer Fahrrad Tour durch die Toskana nichts mehr im Wege.

Blick über Lucca
Über den Dächern von Lucca

Eine Radtour an der Küste

Auf der einen Seite das Mittelmeer mit seinen breiten, weißen Sandstränden und auf der anderen die Gipfel der apuanischen Alpen erleben Radler auf dem Küstenabschnitt zwischen Marina di Carrara und Viareggio. An der Etruskerküste laden beliebte Badeorte wie San Vincenzo zu einer Zwischenübernachtung ein. Wild und ursprünglich präsentiert sich bei einer Fahrrad Tour durch die Toskana die Maremmaküste mit ihrem einzigartigen, urwaldähnlichen Naturschutzgebiet und romantischen Badebuchten.

Bild mit freundlicher Genehmigung von stasal