Colle di Val d’Elsa – Kristallstadt im Elsatal
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Colle di Val d’Elsa liegt in der Provinz Siena, rund 25 Kilometer nordwestlich von Siena und nur etwa 15 Kilometer von San Gimignano entfernt. Viele Urlauber fahren auf dem Weg nach Siena oder Volterra einfach vorbei – dabei lohnt das Städtchen mit seiner mittelalterlichen Oberstadt, dem türkisfarbenen Fluss Elsa und seiner langen Tradition als „Stadt des Kristalls“ einen eigenen Besuch.
Wo liegt Colle di Val d’Elsa?
Die Stadt des Kristalls
Colle ist seit Jahrhunderten für die Herstellung von Kristallglas bekannt und wird deshalb auch „Città del Cristallo“ genannt. In der Stadt gibt es ein Kristallmuseum und zahlreiche Geschäfte, in denen Sie Gläser, Karaffen und Schalen direkt kaufen können. Schon im 15. Jahrhundert wurde hier außerdem eine der frühen Buchdruckereien Italiens betrieben.
Museo del Cristallo: Öffnungszeiten und Preise
Das Kristallmuseum ist nach Angaben der Stadt das einzige Museum Italiens, das ganz der Geschichte und Herstellung von Kristallglas gewidmet ist. Es liegt wenige Schritte von der Piazza Arnolfo di Cambio entfernt auf dem Gelände der früheren Glashütte Boschi, unter deren altem Schornstein. Die Ausstellung reicht von mittelalterlichen Funden – Glasherstellung ist in Colle seit 1331 belegt – über die erste Kristallmanufaktur von 1820 bis zum modernen Design. Im unteren Stockwerk erzählen Videos, Zeitzeugen und Werkzeuge vom Alltag der Glasarbeiter; ein Erlebnisparcours zu Erde, Wasser, Feuer und Luft zeigt, wie aus Rohstoffen Kristall wird. 2023 wurde das Museum komplett neu gestaltet.
| Museo del Cristallo | Angaben (Stand 2026) |
|---|---|
| Adresse | Via dei Fossi 8a (ehemaliges Areal Boschi), Colle di Val d’Elsa |
| Öffnungszeiten | Di, Do, Fr, Sa und So 14–19 Uhr; Mo und Mi geschlossen |
| Eintritt | 6 €, ermäßigt 4 € |
| Kombiticket | 3 Museen der Stadt: 12 €, ermäßigt 8 € (48 Stunden gültig) |
| Telefon | +39 0577 912776 |
Das Kombiticket gilt außerdem für das Museo San Pietro (Museum für sakrale und städtische Kunst in einem ehemaligen Kloster der Oberstadt) und das Archäologische Museum „Ranuccio Bianchi Bandinelli“ im Palazzo Pretorio mit einer bedeutenden etruskischen Sammlung. Zu ihm gehört der archäologische Park von Dometaia mit einer etruskischen Nekropole.
Arnolfo di Cambio – der berühmteste Sohn der Stadt
Der berühmteste Sohn der Stadt ist der Baumeister und Bildhauer Arnolfo di Cambio, der im 13. Jahrhundert in Colle geboren wurde. Er entwarf in Florenz unter anderem den Dom Santa Maria del Fiore und den Palazzo Vecchio. Ihm ist der zentrale Platz der Unterstadt gewidmet, die Piazza Arnolfo di Cambio.
In der Oberstadt steht die mittelalterliche Casa-torre di Arnolfo, das Wohnturmhaus, in dem Arnolfo der Überlieferung nach geboren wurde – eines der wenigen Turmhäuser der Stadt, die ihre ursprüngliche Form bewahrt haben.
Unterstadt und Oberstadt
Colle besteht aus zwei Teilen: der neueren Unterstadt (Colle Bassa) im Tal und der mittelalterlichen Oberstadt (Colle Alta) auf dem Hügel. Von der Unterstadt gehen Sie über Treppen und steile Gassen zu Fuß hinauf.
Parken und Aufzug zur Oberstadt
Der gläserne Aufzug, den der Architekt Jean Nouvel entworfen hat, verbindet eigentlich die Unterstadt mit der Aussichtsterrasse Baluardo in der Oberstadt. Er ist jedoch seit März 2021 außer Betrieb; die Stadt plant die Instandsetzung, ein Termin für die Wiedereröffnung stand im Juni 2026 noch nicht fest. Der Zugangstunnel ist ein ehemaliger Schutzraum aus dem Zweiten Weltkrieg und beherbergt die Skulptur „Red Girl“ der Künstlerin Kiki Smith.
Mit dem Auto parken Sie am besten auf einem der Parkplätze rund um die Unterstadt und gehen zu Fuß hinauf. Alternativ fahren Sie von Westen her Richtung Porta Nuova: Unterhalb des Stadttors liegt ein größerer Parkplatz, von dem ein Fußweg in die Altstadt führt. Mit dem Wohnmobil sollten Sie die engen Gassen der Oberstadt meiden.
Sehenswürdigkeiten in Colle Alta
- Porta Nuova: das wuchtige Stadttor mit zwei runden Türmen aus dem 15. Jahrhundert, Giuliano da Sangallo zugeschrieben, blickt Richtung Volterra.
- Via del Castello: die Hauptgasse der Oberstadt mit Palazzi, Geschlechtertürmen und Kirchen.
- Palazzo Campana: der Renaissancepalast von Giuliano di Baccio d’Agnolo mit seinem Torbogen gilt als Wahrzeichen der Stadt; davor überspannt eine Brücke den Einschnitt zum ältesten Stadtteil, dem „Castello“.
- Dom Santi Alberto e Marziale: die Konkathedrale aus dem 17. Jahrhundert bewahrt die Reliquie des „Heiligen Nagels“ (Sacro Chiodo).
- Baluardo: die Aussichtsterrasse mit Blick über die Unterstadt und das Elsatal.
- Museo San Pietro und Archäologisches Museum im Palazzo Pretorio (siehe Kombiticket oben).
In der Oberstadt führt die Via del Castello vorbei an Palazzi, Türmen und Kirchen, darunter der Dom aus dem 17. Jahrhundert. Durch das Stadttor Porta Nova betreten Sie die Altstadt von Westen. Vom Palazzo Campana mit seinem Torbogen blicken Sie über die Dächer und das grüne Elsatal.
Der Sentierelsa: Wandern am türkisen Fluss

Ein besonderes Erlebnis ist der Sentierelsa, ein rund 4 Kilometer langer, ausgebauter Wanderweg im Flusspark der oberen Elsa (Parco fluviale dell’Alta Val d’Elsa). Er verläuft vom Ortsteil Gracciano bis zur Brücke Ponte di Spugna, ist direkt von der Altstadt erreichbar und Teil der Via Francigena. Das kalkhaltige Wasser schimmert türkis, unterwegs gibt es Stege, Holzbrücken, Treppen, kleine Wasserfälle und natürliche Becken, die sogenannten Caldane. Höhepunkt ist der Diborrato: Hier stürzt die Elsa rund 15 Meter tief in einen Gumpen.
Praktische Tipps für den Sentierelsa
- Der Weg ist frei zugänglich und kostet keinen Eintritt; Toiletten und Umkleiden gibt es unterwegs nicht.
- Für Hin- und Rückweg (ca. 8 km) sollten Sie mit Badepausen einen halben Tag einplanen.
- Festes Schuhwerk oder Wasserschuhe mitnehmen – stellenweise geht es über Trittsteine oder durchs Wasser.
- Im Sommer und an Wochenenden ist der Weg sehr beliebt; früh am Morgen oder unter der Woche ist es ruhiger.
- Wer nur zum Diborrato möchte, startet näher am Wasserfall im Bereich der Brücke von San Marziale.
- Beim Baden auf Felsen unter der Wasseroberfläche achten; Sprünge von den Wasserfällen sind gefährlich.
Wer lieber Rad fährt, nutzt den Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Colle di Val d’Elsa und Poggibonsi.
Praktische Infos für Ihren Besuch
Wann ist Markt in Colle di Val d’Elsa?
Der Wochenmarkt in Colle di Val d’Elsa findet jeden Freitagvormittag statt, und zwar mitten in der Unterstadt auf der Piazza Arnolfo di Cambio und in den angrenzenden Straßen. Die meisten Stände bauen früh am Morgen auf und packen gegen Mittag wieder zusammen – am meisten Auswahl haben Sie also, wenn Sie vormittags kommen.
Angeboten wird alles, was ein typischer toskanischer Wochenmarkt zu bieten hat: Obst und Gemüse aus der Region, Käse wie Pecorino, Wurst und Schinken, Brot, Olivenöl, dazu Kleidung, Schuhe, Haushaltswaren und Stoffe. Für ein Picknick am Fluss Elsa oder für die Ferienwohnung decken Sie sich hier am besten ein.
Parken am Markttag
Weil der Markt auf dem zentralen Platz stattfindet, ist das Zentrum am Freitagvormittag voll. Parken Sie am besten auf einem der größeren Parkplätze am Rand der Unterstadt, etwa am Parkplatz Fontibona – der füllt sich am Markttag allerdings schnell – oder etwas weiter entfernt am Parkplatz Fornacina, und gehen Sie die letzten Minuten zu Fuß. Mit dem Wohnmobil sollten Sie die engen Straßen der Innenstadt am Markttag meiden.
Weitere Markttage in der Umgebung, zum Beispiel in San Gimignano (donnerstags) oder Siena (mittwochs), finden Sie in unserer Übersicht der Märkte in der Toskana.
Ausflugsziele in der Umgebung
Colle ist ein guter Standort, um die Mitte der Toskana zu erkunden:
- Monteriggioni (ca. 10 km): das vollständig ummauerte Burgdorf mit seinen Türmen.
- San Gimignano (ca. 15 km): die Stadt der mittelalterlichen Geschlechtertürme, siehe unsere Städtetour San Gimignano.
- Siena (ca. 25 km): mit der Piazza del Campo, siehe Siena.
- Volterra (ca. 30 km): die Etruskerstadt auf dem Hügel, siehe Volterra.
- Chianti: Weingüter wie das Castello di Fonterutoli bei Castellina in Chianti laden zur Verkostung ein, mehr bei Chianti im Herzen der Toskana.
Essen, Trinken und Übernachten
Rund um die Piazza Arnolfo di Cambio und in der Oberstadt gibt es Bars, Trattorien und Restaurants, in denen Sie toskanische Küche und Weine aus dem nahen Chianti genießen. Abends ist der Platz Treffpunkt für Familien: Die Kinder spielen, die Erwachsenen sitzen bei einem Aperitivo zusammen. Übernachten können Sie in kleinen Hotels in der Altstadt, in Ferienwohnungen oder auf einem Agriturismo in der Umgebung.
Unterkunft in Colle di Val d’Elsa finden
Häufige Fragen zu Colle di Val d’Elsa
Wann und wo ist Markt in Colle di Val d’Elsa?
Jeden Freitagvormittag auf der Piazza Arnolfo di Cambio und den umliegenden Straßen in der Unterstadt.
Wie komme ich in die Oberstadt Colle Alta?
Zu Fuß über Treppen und Gassen von der Unterstadt aus oder mit dem Auto bis zum Parkplatz unterhalb der Porta Nuova. Der Aufzug zum Baluardo ist seit März 2021 außer Betrieb (Stand Juni 2026).
Wann hat das Kristallmuseum geöffnet und was kostet es?
Das Museo del Cristallo hat dienstags, donnerstags, freitags, samstags und sonntags von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 6 €, ermäßigt 4 €; das Kombiticket für drei Museen 12 € (Stand 2026).
Wo beginnt der Sentierelsa und wie lang ist er?
Der rund 4 km lange Wanderweg am Fluss Elsa beginnt im Ortsteil Gracciano und führt bis zur Ponte di Spugna. Planen Sie Wasserschuhe ein, denn an einigen Stellen geht es durchs Wasser.
Wer war Arnolfo di Cambio?
Der im 13. Jahrhundert in Colle geborene Baumeister und Bildhauer entwarf in Florenz den Dom Santa Maria del Fiore; ihm wird auch der Palazzo Vecchio zugeschrieben. Sein Geburtshaus, die Casa-torre di Arnolfo, steht in der Oberstadt.
Was kann man in der Nähe von Colle di Val d’Elsa unternehmen?
Lohnende Ziele in der Nähe sind Monteriggioni (ca. 10 km), San Gimignano (ca. 15 km), Siena (ca. 25 km), Volterra (ca. 30 km) und die Weingüter des Chianti.







