Pinocchio die berühmte Holzpuppe aus der Toskana
Inhalt
Pinocchio, die Holzpuppe mit der wachsenden Nase, stammt aus der Toskana: Erfunden hat sie der Florentiner Schriftsteller Carlo Collodi, der seinen Künstlernamen dem kleinen Dorf Collodi bei Pescia verdankt. Dort steht heute auch der Parco di Pinocchio – ein Ausflugsziel für Familien zwischen Lucca und Montecatini Terme.
Pinocchio auf einen Blick
- Autor: Carlo Collodi, eigentlich Carlo Lorenzini (1826–1890), geboren und gestorben in Florenz
- Erstveröffentlichung: 1881 als Fortsetzungsgeschichte im „Giornale per i bambini“, als Buch 1883 („Le avventure di Pinocchio“)
- Heimatort des Namens: Collodi, Ortsteil von Pescia in der Provinz Pistoia – Geburtsort von Collodis Mutter
- Ausflugsziel: Parco di Pinocchio (eröffnet 1956) und der historische Giardino Garzoni direkt nebenan
Woher kommt Pinocchio? Entstehung und Autor
Carlo Collodi – der Autor von Pinocchio
Carlo Lorenzini wurde am 24. November 1826 in Florenz geboren und starb dort am 26. Oktober 1890. Er arbeitete als Journalist, Schriftsteller und Beamter der Präfektur. Seinen Künstlernamen wählte er nach dem Dorf Collodi, aus dem seine Mutter stammte und in dem er einen Teil seiner Kindheit verbrachte. Begraben ist er auf dem Friedhof Cimitero delle Porte Sante bei San Miniato al Monte in Florenz.
Die Geschichte erschien ab Juli 1881 in Fortsetzungen in der Kinderzeitschrift „Giornale per i bambini“, 1883 dann als Buch. Weltberühmt wurde sie erst nach Collodis Tod. Heute gehört „Die Abenteuer des Pinocchio“ zu den meistübersetzten Büchern der italienischen Literatur. Auf Deutsch erschien sie zuerst 1905, später unter Titeln wie „Das hölzerne Bengele“; seit 1948 meist als „Die Abenteuer des Pinocchio“.
Woher kommt der Name Pinocchio?
Der Name wird meist auf die italienischen Wörter „pino“ (Kiefer, Pinie) und „occhio“ (Auge) sowie „pinco“ (Dummkopf) zurückgeführt – sinngemäß also ein „Holzkopf“. Passend dazu ist Pinocchio aus einem Stück Holz geschnitzt.
Worum geht es in Pinocchio? Inhalt und Figuren
Der arme Holzschnitzer Geppetto bekommt von seinem Nachbarn, dem Tischler Meister Kirsche (Mastro Ciliegia), ein sprechendes Holzscheit und schnitzt daraus eine Puppe: Pinocchio. Kaum fertig, läuft sie davon. Statt zur Schule zu gehen, verkauft Pinocchio sein Schulbuch für eine Karte zum Puppentheater, lässt sich von Fuchs und Kater um seine Goldstücke betrügen, landet im „Spielzeugland“ und wird dort in einen Esel verwandelt. Schließlich wird er von einem riesigen Haifisch verschluckt, in dessen Bauch er Geppetto wiederfindet und rettet. Weil er sich bessert, fleißig arbeitet und für seinen Vater sorgt, wird Pinocchio am Ende ein echter Junge.
Bekannt ist vor allem die Nase, die wächst, wenn Pinocchio lügt. Hinter dem Märchen stecken klare Lehren: Lügen und Faulheit haben Folgen, Fleiß und Ehrlichkeit werden belohnt.
Die wichtigsten Figuren
- Pinocchio – die lebendige Holzpuppe
- Geppetto – armer Holzschnitzer und Pinocchios „Vater“
- Meister Kirsche (Mastro Ciliegia) – Tischler, der das sprechende Holzscheit findet
- Die sprechende Grille – Pinocchios Gewissen
- Die Fee mit den türkisblauen Haaren – Pinocchios Beschützerin
- Fuchs und Kater – Betrüger, die Pinocchio ausnehmen
- Feuerfresser (Mangiafuoco) – Puppentheater-Direktor
- Docht (Lucignolo) – Freund, der Pinocchio ins Spielzeugland lockt
- Der Haifisch – verschluckt Geppetto und Pinocchio (bei Disney ein Wal)
Pinocchio im Film
Pinocchio wurde viele Male verfilmt. Die bekanntesten Fassungen:
- 1911: erster Stummfilm von Giulio Antamoro
- 1940: Zeichentrickfilm von Walt Disney
- 1972: italienische TV-Serie von Luigi Comencini
- 1976: japanische Zeichentrickserie
- 2002: Spielfilm von und mit Roberto Benigni
- 2019: Realverfilmung von Matteo Garrone
- 2022: Disney-Realfilm von Robert Zemeckis sowie der Stop-Motion-Film von Guillermo del Toro
Collodi besuchen: Pinocchios Heimat in der Toskana
Collodi ist ein kleiner Ortsteil der Gemeinde Pescia. Das alte Dorf zieht sich steil den Hang hinauf, darunter liegen der barocke Giardino Garzoni und der Pinocchio-Park. Ein Besuch lässt sich gut mit Lucca oder Montecatini Terme verbinden.
Parco di Pinocchio
Der 1956 eröffnete Park ist kein Freizeitpark mit Fahrgeschäften, sondern ein Kunst- und Erlebnispark: Skulpturen aus Bronze, Mosaike und Bauten erzählen die Stationen der Geschichte nach – vom Feld der Wunder über das Spielzeugland und die Fee bis zum großen Haifisch. Dazu kommen Puppentheater, Spielbereiche, ein kleines Museum und ein Restaurant. Für den Park allein sollte man rund zwei Stunden einplanen.
Giardino Garzoni und Schmetterlingshaus
Gegenüber liegt das Storico Giardino Garzoni, ein terrassierter Barockgarten unterhalb der Villa Garzoni, mit Wasserspielen, Treppen und Statuen. Zum Garten gehört die Casa delle Farfalle, ein Schmetterlingshaus. Es gibt Kombitickets für Park, Garten und Schmetterlingshaus.
Öffnungszeiten und Preise
Der Park ist von etwa März bis Anfang November täglich geöffnet, meist ab 10 Uhr bis 17, 18 oder 19 Uhr je nach Saison; in den Wintermonaten öffnet er nur an Wochenenden und Feiertagen. Laut Stand 2025 kostete der Eintritt für Erwachsene 23 €, ermäßigt 21 €, Kinder unter 3 Jahren frei; zudem gibt es ein Familienticket. Da sich Zeiten und Preise jährlich ändern, prüfen Sie vor dem Besuch die offizielle Website pinocchio.it.
Anfahrt und Parken
Collodi liegt rund 15 km östlich von Lucca an der Straße nach Pescia. Ein kostenloser Parkplatz befindet sich in der Via Pasquinelli, etwa 50 Meter vom Parkeingang. Mit Kindern passt der Ausflug gut zu einem Camping-Urlaub – Tipps dazu finden Sie unter Camping mit Kindern in der Toskana.
Häufige Fragen zu Pinocchio
Woher kommt Pinocchio?
Pinocchio stammt aus der Toskana. Der Autor Carlo Collodi (Carlo Lorenzini) lebte in Florenz; seinen Künstlernamen gab ihm das Dorf Collodi bei Pescia, wo heute der Parco di Pinocchio steht.
Wer hat Pinocchio geschrieben?
Carlo Collodi, mit bürgerlichem Namen Carlo Lorenzini (1826–1890). Die Geschichte erschien ab 1881 in Fortsetzungen und 1883 als Buch.
Was bedeutet der Name Pinocchio?
Er wird auf „pino“ (Kiefer), „pinco“ (Dummkopf) und „occhio“ (Auge) zurückgeführt – sinngemäß ein „Holzkopf“.
Wie lange braucht man für den Parco di Pinocchio?
Für den Park allein etwa zwei Stunden. Mit Giardino Garzoni und Schmetterlingshaus lohnt sich ein halber bis ganzer Tag.
Was kostet der Pinocchio-Park in Collodi?
Stand 2025 kostete der Eintritt für Erwachsene 23 €, ermäßigt 21 €, Kinder unter 3 Jahren frei. Aktuelle Preise und Kombitickets stehen auf pinocchio.it.
Warum wächst Pinocchios Nase?
Im Buch wächst Pinocchios Nase, wenn er lügt – das bekannteste Motiv der Geschichte.
Mehr Lesestoff für die Reise finden Sie in unseren Buchtipps zur Toskana, Hintergründe zur Region in der Geschichte der Toskana.

![Pinocchio - Komplettbox [9 DVDs]](https://m.media-amazon.com/images/I/51gxzlui3gL._SL160_.jpg)
