Wale und Delfine im Mittelmeer
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Ja, im Mittelmeer leben Wale und Delfine – und vor der Küste der Toskana besonders viele. Das Meer zwischen Toskana, Ligurien, Korsika und der Côte d’Azur ist als Pelagos-Schutzgebiet („Santuario dei Cetacei“) geschützt. Hier leben regelmäßig acht Wal- und Delfinarten, darunter Finnwal, Pottwal, Großer Tümmler und Streifendelfin.
Auf einen Blick
- Arten im Mittelmeer: 11 Wal- und Delfinarten kommen regelmäßig vor, 9 davon gelten laut IUCN als gefährdet.
- Pelagos-Schutzgebiet: rund 87.500 km², 1999 in Rom von Italien, Frankreich und Monaco unterzeichnet, seit 2002 in Kraft.
- Beste Zeit zum Beobachten: Mai bis Oktober, ruhige See am Vormittag.
- Touren in der Toskana: z. B. Whale-Watching-Ausfahrten des Nationalparks Toskanischer Archipel ab Marina di Campo (Elba); viele Fahrten auch ab Genua.
- Keine Garantie: Sichtungen sind wahrscheinlich, aber nie sicher.
Wale und Delfine im Mittelmeer
Viele sind überrascht: Das Mittelmeer ist kein „leeres“ Meer. Laut der Weltnaturschutzunion IUCN leben hier elf Wal- und Delfinarten regelmäßig – neun davon gelten als gefährdet. Hauptursachen sind Beifang in Fischernetzen, Unterwasserlärm durch Schiffe, Chemikalien und Plastik im Meer sowie Überfischung, die den Tieren die Nahrung nimmt. Der Bestand des Finnwals im Mittelmeer wird nach neueren Zählungen nur noch auf rund 1.800 Tiere geschätzt.
Diese Arten können Sie vor der Toskana sehen
Im Pelagos-Schutzgebiet, zu dem auch die Gewässer der Toskana bis zur Südgrenze bei Fosso Chiarone gehören, kommen regelmäßig acht Arten vor:
| Art | Typische Größe | Wo/wie zu sehen |
|---|---|---|
| Finnwal | bis gut 20 m – zweitgrößtes Tier der Erde | auf offener See, vor allem im Sommer zur Nahrungssuche |
| Pottwal | Männchen bis ca. 18 m | über tiefem Wasser und Unterwasser-Canyons |
| Cuvier-Schnabelwal | ca. 5–7 m | sehr scheu, tieftauchend, selten zu sehen |
| Grindwal (Langflossen-) | ca. 4–6 m | in Gruppen auf offener See |
| Rundkopfdelfin | ca. 3–4 m | über dem Kontinentalabhang |
| Großer Tümmler | ca. 2,5–3,5 m | küstennah, auch rund um Elba und vor Livorno |
| Streifendelfin | ca. 2 m | häufigste Art, oft in großen Gruppen |
| Gemeiner Delfin | ca. 2–2,5 m | im Pelagos-Gebiet selten geworden |
Gelegentlich wird auch die sehr seltene Mönchsrobbe gesichtet. Ebenfalls häufig zu sehen: Unechte Karettschildkröten (Caretta caretta), die an einigen Stränden der Toskana inzwischen sogar Eier ablegen.


Das Walschutzgebiet Pelagos
Das „Santuario Pelagos per i mammiferi marini“ wurde am 25. November 1999 in Rom von Italien, Frankreich und Monaco vereinbart und trat 2002 in Kraft. Es ist das erste internationale Meeresschutzgebiet im Mittelmeer, das auch die Hohe See umfasst.
Wie groß ist das Schutzgebiet?
Pelagos umfasst rund 87.500 km² – mehr als doppelt so viel wie die Fläche der Schweiz. Es reicht von der Gegend um Toulon über Korsika und den Norden Sardiniens bis an die Grenze zwischen Toskana und Latium (Fosso Chiarone). Damit liegen das gesamte Ligurische Meer, die Küste der Toskana und alle Inseln des Toskanischen Archipels im Schutzgebiet.
Warum gerade hier so viele Wale leben
Durch Strömungen und Wind steigt hier nährstoffreiches Tiefenwasser auf. Das sorgt für große Mengen Plankton und Krill – die Hauptnahrung des Finnwals. Pelagos gilt deshalb als wichtigstes Nahrungsgebiet der Finnwale im Mittelmeer. Mehr zum Meer vor der Küste lesen Sie in unserem Beitrag über das Tyrrhenische Meer.

Whale Watching in der Toskana
Echte Wal- und Delfinbeobachtungen werden an der toskanischen Küste vor allem rund um Elba angeboten. In Ligurien, besonders ab Genua, gibt es ein größeres Angebot.
Touren ab Elba
Der Nationalpark Toskanischer Archipel organisiert im Sommer Whale-Watching-Ausfahrten ab Marina di Campo, begleitet von einer Meeresbiologin bzw. Parkführern. 2025 gab es laut Park 20 Fahrten mit 790 Teilnehmern; gesichtet wurden über 130 Delfine (Große Tümmler, Streifendelfine), zwei Finnwale und Meeresschildkröten. Termine und Buchung veröffentlicht der Park jeweils im Frühjahr auf islepark.it. Auch einzelne private Anbieter auf Elba bieten Ausfahrten an. Wie Sie auf die Insel kommen, steht in unserem Ratgeber zur Anreise nach Elba.
Eine geführte Bootstour ab Marina di Campo, bei der auf der Rückfahrt nach den hier lebenden Delfinen Ausschau gehalten wird, finden Sie auch bei GetYourGuide unter Delfin- und Walbeobachtung in der Toskana. Wie bei allen Touren gilt: Sichtungen sind nie garantiert.
Touren ab Genua
Ab dem Porto Antico in Genua (neben dem Aquarium) fahren von etwa Mai bis Oktober Boote mehrerer Veranstalter hinaus. Eine Tour dauert etwa 4,5 Stunden; die Preise beginnen laut genovaturismo.it bei rund 40 € pro Person (Stand 2025). Manche Anbieter erlauben bei ausbleibender Sichtung eine kostenlose oder ermäßigte Wiederholung.
Delfine von Livorno und Viareggio aus
Große Tümmler leben auch dicht vor der Küste bei Livorno und Viareggio und werden von Ausflugs- und Segelbooten immer wieder gesehen. Feste, regelmäßige Whale-Watching-Touren sind dort aber selten – fragen Sie im Hafen nach aktuellen Angeboten. Weitere Ideen finden Sie bei unseren Bootstouren in der Toskana und im Livorno-Porträt.

Unser Tipp: sanft beobachten
Wir von Toskanatour empfehlen Anbieter, die sich an Regeln zum Schutz der Tiere halten: langsam fahren, Abstand halten, die Tiere nicht verfolgen und nicht mit ihnen schwimmen. Im Pelagos-Gebiet gibt es dafür das Gütesiegel „High Quality Whale Watching“ (HQWW). Eine schöne Alternative ist eine Fahrt mit dem Fischer Paolo Fanciulli (Pescaturismo „Paolo il Pescatore“) ab Talamone: Er setzt sich für nachhaltigen Fischfang ein, erklärt viel über das Meer – und mit etwas Glück begegnen Ihnen dabei auch Delfine.
Wer schützt Wale und Delfine im Mittelmeer?
Neben den drei Pelagos-Staaten setzen sich Forschungsinstitute und Naturschutzorganisationen für die Tiere ein, etwa die Schweizer Organisation OceanCare, der deutsche Verein Deepwave und das internationale Abkommen ACCOBAMS, das Wale und Delfine im Mittelmeer und Schwarzen Meer schützt. Jeder Urlauber kann helfen: keinen Müll ins Meer, beim Bootfahren langsam fahren und Abstand halten.
Häufige Fragen zu Walen und Delfinen in der Toskana
Gibt es im Mittelmeer Wale und Delfine?
Ja. Elf Wal- und Delfinarten leben regelmäßig im Mittelmeer, darunter Finnwal, Pottwal, Großer Tümmler und Streifendelfin. Neun dieser Arten gelten laut IUCN als gefährdet.
Wo kann man in der Toskana Delfine sehen?
Am besten auf Bootsausflügen rund um Elba und die Inseln des Toskanischen Archipels. Große Tümmler leben auch nahe der Küste bei Livorno und Viareggio. Der Nationalpark bietet im Sommer geführte Whale-Watching-Touren ab Marina di Campo (Elba) an.
Was ist das Pelagos-Schutzgebiet?
Ein rund 87.500 km² großes Meeresschutzgebiet für Wale und Delfine zwischen Toskana, Ligurien, Korsika, Nordsardinien und der Côte d’Azur. Es wurde 1999 von Italien, Frankreich und Monaco vereinbart und gilt seit 2002.
Wann ist die beste Zeit für Whale Watching?
Von Mai bis Oktober, wenn die See meist ruhig ist und sich Finnwale im Schutzgebiet zur Nahrungssuche aufhalten. Am besten vormittags bei wenig Wind.
Gibt es eine Garantie, Wale zu sehen?
Nein. Die Chancen auf Delfine sind gut, Wale sind seltener. Einige Anbieter in Genua bieten bei ausbleibender Sichtung eine kostenlose oder ermäßigte zweite Fahrt an.







