Gas im Wohnmobil – Das solltest du wissen!
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Gas versorgt im Wohnmobil Kocher, Heizung, Warmwasser und oft den Kühlschrank. Richtig genutzt und regelmäßig geprüft ist eine Gasanlage sicher und praktisch. Hier erfährst du, wie die Anlage funktioniert, warum im Winter Propan statt Butan gefragt ist, welche Prüfpflicht seit 2025 gilt und was du für Reisen nach Italien wissen musst.
Das Wichtigste in Kürze
- Propan statt Butan im Winter: Butan verdampft unter ca. 0 °C nicht mehr, Propan noch bis etwa −42 °C.
- Gasprüfung G 607: für Wohnmobile und Wohnwagen mit Flüssiggasanlage alle 2 Jahre Pflicht (seit 19. Juni 2025 mit Bußgeld).
- Heizen während der Fahrt: nur mit Crashsensor und Schlauchbruchsicherung.
- Italien: Deutsche Gasflaschen werden dort weder getauscht noch befüllt – Tankflasche oder italienische Flasche mit Adapter nutzen.
- Sicherheit: Nach Gebrauch alle Ventile schließen, ein Gaswarner ist eine sinnvolle Ergänzung.
So funktioniert die Gasanlage im Wohnmobil
Flasche, Druckregler und Leitungen
Das Flüssiggas lagert in Gasflaschen im Gaskasten oder in einem fest eingebauten Tank unter dem Fahrzeug. Jede Flasche hat ein Absperrventil. Ein Druckregler senkt den Flaschendruck auf den gleichmäßigen Betriebsdruck der Geräte (in Deutschland meist 30 mbar). Vom Gaskasten führen fest verlegte Rohrleitungen zu den Verbrauchern. Für jedes Gerät gibt es im Innenraum ein eigenes Absperrventil, sodass du zum Beispiel den Herd abtrennen und die Heizung weiter betreiben kannst.
Der Gaskasten
Der Gaskasten ist ein zum Wohnraum hin abgedichtetes Fach mit einer Entlüftungsöffnung in Bodennähe. Da Flüssiggas schwerer ist als Luft, würde es bei einem Leck nach unten durch diese Öffnung ins Freie entweichen statt in den Wohnraum. Halte die Öffnung deshalb immer frei. In den meisten Wohnmobilen passen zwei 11-kg-Flaschen in den Gaskasten, in ausgebauten Kastenwagen oft nur eine.

Geräte ein- und ausschalten
- Flaschenventil im Gaskasten öffnen.
- Das Absperrventil des gewünschten Geräts im Innenraum öffnen.
- Gerät einschalten: Beim Herd den Drehregler drücken und drehen und die Flamme mit Piezozündung, Gasanzünder oder Feuerzeug entzünden. Moderne Heizungen zünden über das Bedienpanel automatisch.
- Nach Gebrauch das Gerät ausschalten, Drehregler auf null stellen und – vor allem vor der Fahrt und bei längeren Pausen – alle Ventile und die Flasche schließen.
Propan oder Butan: Was ist besser?
Flüssiggas für Camper besteht aus Propan, Butan oder einer Mischung aus beiden. Entscheidend ist die Temperatur, denn die Geräte brauchen das Gas in gasförmigem Zustand:
| Propan | Butan | |
|---|---|---|
| Siedepunkt | ca. −42 °C | ca. −0,5 °C |
| Verdampft bei Frost? | ja, bis etwa −42 °C | nein, unter ca. 0 °C bleibt es flüssig |
| Geeignet für | ganzjährig, Wintercamping | warme Monate |
Butan ist also nur bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt brauchbar: Bei Frost bleibt es in der Flasche flüssig, die Flamme wird kleiner oder geht aus, obwohl die Flasche noch voll ist. Propan verdampft dagegen bis etwa −42 °C und ist deshalb in Deutschland und für Wintercamping die Standardfüllung. Im Ausland gekauftes Gas kann je nach Land und Jahreszeit einen höheren Butananteil haben – im Sommer kein Problem, für eine Winterreise in die Berge solltest du darauf achten.
Sicherheit und Prüfpflicht
Gasprüfung nach G 607 ist wieder Pflicht
Für Wohnmobile und Wohnwagen mit Flüssiggasanlage ist die Gasprüfung nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 607 alle zwei Jahre vorgeschrieben. Sie ist unabhängig von der Hauptuntersuchung; seit dem Ende der Übergangsfrist am 19. Juni 2025 drohen bei Überschreitung Verwarnungsgelder (laut ADAC 15 bis 60 Euro je nach Dauer). Prüfen dürfen zum Beispiel TÜV, DEKRA und anerkannte Sachkundige; die Kosten liegen laut ADAC bei etwa 40 bis 80 Euro. Bewahre den Prüfnachweis im Fahrzeug auf – manche Campingplätze fragen danach.
Heizen während der Fahrt
Wer die Gasheizung oder den Kühlschrank während der Fahrt mit Gas betreiben möchte, braucht nach der europäischen Norm EN 1949 einen Gasdruckregler mit Crashsensor, der die Gaszufuhr bei einem Unfall automatisch stoppt, sowie Hochdruckschläuche mit Schlauchbruchsicherung. Fehlt das, muss das Gas während der Fahrt abgedreht sein. Beim Tanken gilt ohnehin: alle Gasgeräte aus.
Ist Propangas gefährlich?
Propan und Butan sind hochentzündlich. Schon bei einem Gasanteil in der Luft von rund 1,5 bis 11 Prozent kann ein kleiner Funke eine Explosion auslösen. Da das Gas schwerer als Luft ist, sammelt es sich am Boden. Eingeatmet verdrängt es den Sauerstoff. Eine geprüfte Anlage, die richtig bedient wird, ist aber sicher – die meisten Unfälle entstehen durch fehlende Wartung oder falsche Handhabung. Riechst du Gas: Flasche zudrehen, keine Schalter betätigen, kein offenes Feuer, lüften und die Anlage prüfen lassen.
Gaswarner einbauen
Ein Gaswarner ist kein Muss, aber ein sinnvoller Helfer: Durch Materialschäden, Unfälle oder undichte Anschlüsse können Lecks entstehen, die ein Warner frühzeitig meldet. Die Montage ist einfach, viele Geräte brauchen nur einen 12-V- oder USB-Anschluss. Achte darauf, dass der Warner für Propan und Butan geeignet ist und möglichst tief montiert wird.
Tipp der Redaktion: Als erfahrene Wohnmobilnutzer sparen wir auf keinen Fall an einem ordentlichen Gaswarner. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass der Warner für Propan bzw. Butan geeignet ist.
Gasflasche, Gastank oder Tankflasche?

Gasflaschen lassen sich herausnehmen und im Tauschsystem gegen volle Flaschen wechseln – in Deutschland praktisch, im Ausland wegen unterschiedlicher Systeme aber oft schwierig.
Ein Gastank wird fest unter dem Fahrzeug eingebaut und an Autogas-Tankstellen (LPG, in Italien GPL) befüllt. Er fasst meist mehr Gas als eine Flasche, kostet aber Einbau, Gewicht und Platz.
Die Mittellösung ist die Tankflasche: eine fest im Gaskasten montierte, wiederbefüllbare Flasche mit Außenfüllanschluss und 80-%-Füllstopp, die ebenfalls an LPG-Tankstellen befüllt wird. Für Reisen ins Ausland ist sie die flexibelste Lösung.
Welche Flaschengröße?
Verbreitet sind in Deutschland 5-kg- und 11-kg-Flaschen. Wer Gas nur zum Kochen braucht, kommt mit kleineren Flaschen aus. Für Reisen ins Ausland beliebt sind die blauen Flaschen von Campingaz, die in vielen europäischen Ländern im Tauschsystem erhältlich sind – sie sind allerdings vergleichsweise teuer und klein. Gasflaschen gibt es aus Stahl sowie als leichtere Aluminium- oder Kunststoffflaschen, die bei knapper Zuladung helfen.
Pfand- oder Eigentumsflasche?
In Deutschland gibt es Eigentumsflaschen (meist grau), die du bei vielen Händlern gegen eine volle Flasche tauschen kannst, und Pfand- bzw. Mietflaschen (meist rot oder in Anbieterfarben), die nur beim jeweiligen Anbieter getauscht oder zurückgegeben werden. Wer noch keine Flasche hat, zahlt einmalig Kaufpreis oder Pfand und danach nur noch die Füllung.
Gas im Ausland und in Italien
Flaschen, Ventile und Anschlüsse sind in Europa nicht einheitlich. Mit einem Adapter-Set* lassen sich viele Anschlüsse überbrücken, das Tauschproblem löst es aber nicht. Für Italien gilt: Deutsche Gasflaschen werden dort weder getauscht noch an GPL-Tankstellen gefüllt. Möglich sind italienische 10-kg-Flaschen mit Adapter auf den deutschen Anschluss (G.12) oder eine Tankflasche mit 80-%-Füllstopp, die du mit dem passenden Adapter (in Italien meist Dish) an GPL-Tankstellen befüllst. Wo du in Italien Gas bekommst und was eine Flasche kostet, liest du ausführlich unter Campinggas in Italien. Weitere Tipps für die Reise findest du unter Mit dem Wohnmobil in die Toskana und Wintercamping in der Toskana.
Alternativen zum Gas im Wohnmobil
Heizung und Warmwasser verbrauchen das meiste Gas. Deshalb setzen viele Camper auf eine Dieselheizung, die aus dem Fahrzeugtank versorgt wird – Diesel gibt es überall. Eine Elektroheizung lohnt sich nur mit Landstrom. Als Kühlschrank eignet sich ein elektrischer Kompressorkühlschrank, der mit Solaranlage und starker Bordbatterie auch autark läuft. Zum Kochen genügt dann oft eine kleine Gasflasche oder ein Induktionsfeld mit ausreichend Stromreserve.
Häufige Fragen zu Gas im Wohnmobil
Warum funktioniert Butan bei Kälte nicht?
Butan siedet bei etwa −0,5 °C. Darunter verdampft es nicht mehr und bleibt flüssig in der Flasche, sodass kein Gas zu den Geräten strömt. Propan verdampft noch bis etwa −42 °C und ist deshalb für den Winter die richtige Wahl.
Ist die Gasprüfung beim Wohnmobil Pflicht?
Ja. Für Wohnmobile und Wohnwagen mit Flüssiggasanlage ist die Prüfung nach G 607 alle zwei Jahre vorgeschrieben. Seit dem 19. Juni 2025 drohen bei Überschreitung Verwarnungsgelder.
Darf ich während der Fahrt mit Gas heizen?
Nur wenn die Anlage einen Gasdruckregler mit Crashsensor und Hochdruckschläuche mit Schlauchbruchsicherung hat. Sonst muss die Gasflasche während der Fahrt geschlossen sein.
Kann ich meine deutsche Gasflasche in Italien tauschen oder füllen?
Nein. Deutsche Flaschen werden in Italien weder getauscht noch an GPL-Tankstellen befüllt. Nutze eine italienische Flasche mit Adapter oder eine Tankflasche mit 80-%-Füllstopp.
Wie lange reicht eine 11-kg-Gasflasche?
Das hängt stark vom Verbrauch ab. Nur zum Kochen reicht eine Flasche sehr lange, mit Absorberkühlschrank im Sommer mehrere Wochen. Beim Heizen im Winter kann sie dagegen nach wenigen Tagen leer sein.
Brauche ich einen Gaswarner?
Vorgeschrieben ist er nicht, aber sinnvoll: Er meldet Lecks frühzeitig. Achte darauf, dass er für Propan und Butan geeignet ist.







