Gas im Wohnmobil – Das solltest du wissen!

Gasanlagen in Wohnmobilen liefern die Energie für die Kochstelle, die Heizung sowie die Warmwasserversorgung. Dieser Beitrag liefert alle wichtigen Informationen zum Gas im Wohnmobil und welche Dinge zu beachten sind.

Wie funktioniert Gas im Wohnmobil?

Das Gas befindet sich im Gastank oder in Gasflaschen. Die Gasflaschen sollten im Gaskasten des Wohnmobils gelagert werden.

Die Gastanks befinden sich in den meisten Fällen unterhalb des Fahrzeugs. An den Gasflaschen sind Absperrventile angebracht, die zum Öffnen und Schließen der Gasflaschen dienen. Ein an die Gasflasche angebrachter Druckregler sorgt für einen Einheitsdruck des austretenden Gases. So können alle Geräte mit dem Gas verwendet werden.

Der Gaskasten beinhaltet Stahlleitungen, die zu den Geräten verlaufen.

Im Wohnmobil sollten für alle Verbrauchsgeräte Sicherheitsventile verfügbar sein, die den Gaszufluss für jedes Gerät regeln. Die Heizung kann mit Gas betrieben werden und der Gasherd kann vom Gas getrennt werden.

Die Verbrauchsgeräte werden eingeschaltet und werden mit dem Gas aus der Gasflasche oder dem Gastank versorgt.

Welches Gas kommt im Wohnmobil zum Einsatz?

Üblicherweise enthalten die Gasflaschen Butan, Propan oder eine Mischung aus beiden.

In nördlichen Gebieten ist Propan eher üblich, da Butan bei Minustemperaturen flüssig bleibt und dann nicht mehr einsatzbereit ist. Propan funktioniert auch noch bei etwa -40 °C und ist daher zu bevorzugen.

Gasherd im Kastenwagen
Gasherd im Kastenwagen

Der Gaskasten in einem Wohnmobil

Meist befindet sich im Wohnmobil ein Gaskasten. Dieser ist ein Extra-Staufach für die Gasflasche, welcher in Bodennähe eine Entlüftung besitzt.
Der Gaskasten ist mit einer Abdichtung zum Aufbau des Wohnmobils versehen, da dies der Sicherheit dient. Da Gas mehr wiegt als Luft, würde das Gas bei einer leckenden Gasflasche aus der Entlüftung entweichen statt ins Innere des Wohnmobils zu gelangen.

In den meisten Wohnmobilen befindet sich im Gaskasten Platz für 2x 11kg Flaschen. In ausgebauten Kastenwägen kann häufig nur eine Gasflasche verstaut werden.

Geräte mit Gas betreiben

Um ein Gerät in seinem Wohnmobil betreiben möchte, ist zuerst die Gasflasche im Gaskasten zu öffnen. Danach wird das zum jeweiligen Gerät gehörende Gasventil im Innenraum des Wohnmobils zu öffnen. Anschließend wird das Gerät eingeschaltet.

Die Flamme von Standard-Gasherden wird mit einem Feuerzeug oder einem Gasanzünder entzündet. Der erste Schritt ist die Aktivierung der Gaszufuhr, dann die Betätigung des Reglers am Herd, damit Gas entweicht. Danach folgt das Entfachen der Flamme mit einem Gasanzünder.

Hochwertige Gasherde besitzen Piezoanzünder und sind nicht auf Anzündhilfen angewiesen.

Standard-Heizungen besitzen einen Regler sowie einen Knopf zum Zünden.

Moderne Heizungen können den Heizkörper elektronisch regeln. Mithilfe eines Bedienpanels wird die gewünschte Temperatur eingestellt.
Ein Controller übernimmt das Entzünden und das Löschen der Flamme.

Was ist nach der Nutzung von gasbetriebenen Geräten zu tun?

Nach der Benutzung ist das jeweilige Gerät abzuschalten und zu deaktivieren.

Bei Gasherden werden die Drehregler auf die Nullposition gestellt.

Bei der Heizung wird das Bedienpanel abgestellt.
Die Heizung wird mit dem jeweiligen Bedienpanel ausgeschaltet.

Alle Ventile und Gasflaschen im Wohnmobil sind zu schließen.

Gas ist ein beliebter Energieträger im Wohnmobil

Lange war Gas aufgrund seiner hohen Energiedichte ein standardmäßiger Energieträger. Es ist praktisch, weil man große Mengen Energie mitführt.

Eine Gasflasche reicht sehr lange zum Kochen aus. Auch ein Absorberkühlschrank kann mehrere Wochen lang betrieben werden. Das Heizen verursacht einen deutlich höheren Energieverbrauch.

Was spricht gegen die Gasnutzung im Wohnmobil?

Es gibt viele Neulinge im Wohnmobilbereich, die sich vor Gas fürchten und seine Nutzung lieber vermeiden wollen. Ja, es kommt immer mal zu Gasunfällen in Wohnmobilen. Das passiert meist dann, wenn die richtige Handhabung und die Wartung nicht beachtet werden. Eine geprüfte Gasanlage, die ordnungsgemäß benutzt wird, treten meist keine Schwierigkeiten auf.

Ist Propangas gefährlich?

Propangas und Butangas sind aufgrund ihrer Brennbarkeit gefährlich. Wenn die Gaskonzentration in der Luft zwischen 2 und 10 Prozent liegt, können schon kleinste Funken eine Gasexplosion verursachen. Gefährliche Gaslecks müssen daher dringend vermieden werden.

Propangas sollte nicht eingeatmet werden. Es ist gefährlich, weil es den Sauerstoffanteil in der Luft verringert.

Gasmelder einbauen

Einige Camper schwören in ihren Wohnmobilen auf Gasmelder, da sie sich vor Gasüberfällen fürchten. Diese sind jedoch eher unwahrscheinlich.

Ein Gasmelder kann dennoch ein sinnvoller Helfer sein, weil die Gasversorgung im Wohnmobil auch mal defekt sein kann. Durch Materialschäden oder Unfälle können auch Gaslecks auftreten.

Diese Gaslecks können von einem Gasmelder erkannt werden und dieser kann einen Alarm aussenden. Es ist nicht schwer, einen Gasmelder zu montieren. Sie benötigen nur einen 12 V oder USB-Anschluss.

Tipp der Redaktion: Als erfahrener Wohnmobilnutzer sparen ich auf keinen Fall an einem ordentlichen Gas-Warner, jedoch sollte man beim Kauf darauf achten das der Warner für Propan oder Buthan geeignet ist.

Wie sieht es mit der Gasversorgung im Ausland aus?

Eine mangelnde Verfügbarkeit von Gas ist natürlich ein plausibler Grund, sich gegen Gas im Wohnmobil zu entscheiden. Im Großteil der Länder bekommt man zwar Gas, aber die Flaschen und Anschlüsse sind nicht überall einheitlich. Zum Glück gibt es für wenig Geld Adapter-Sets, damit können die verschiedenen Anschlüße überbrückt werden. Manche Flaschenarten sind in anderen Ländern nicht erhältlich.

Was ist eine Alternative zum Gas in einem Wohnmobil?

Die Dieselheizung erfreut sich seit einiger Zeit an Beliebtheit bei Campern. Eine Heizung plus die Warmwasseraufbereitung verbrauchen die meiste Energie und so ist der Diesel vorteilhaft, da er in jedem Land einfach erhältlich ist.

Eine Elektroheizung ist nur im Betrieb mit Landstrom sinnvoll.

Zum Kochen wird in vielen Wohnmobilen, die eine Dieselheizung eingebaut haben, dennoch ein Gaskocher montiert.

Als Kühlschrankalternative eignen sich elektrische Kompressorkühlschränke.

So sind nur noch kleine Gasflaschen von 3,5 kg zum Kochen notwendig, die ebenfalls lange ausreichen. Auf diese Weise ist kein Platz für den Gaskasten samt der riesigen Gasflaschen notwendig.

Sind Gasflaschen oder ein Gastank im Wohnmobil besser?

Eine Gasflasche kann entnommen werden. Sie kann so befüllt und getauscht werden.

Ein Gastank wird fest in dem Wohnmobil eingebaut und verbraucht mehr Platz als die Gasflasche. Zur Betankung benötigt man eine Gastankstelle. Das kann unpraktisch sein, aber das Gas reicht einige Zeit länger.

Als Mittellösung gibt es die Gastankflasche. Es ist ein Gastank in Form einer Flasche.

Auswahl der richtigen Gasflasche für Wohnmobile

Bei der Gasflaschenauswahl muss man daran denken, dass man Flaschen eines bestimmten Systems kauft. Die Flaschen eines Anbieters können nicht gegen diejenigen eines anderen Anbieters eingetauscht werden. Man muss also immer beim gleichen Anbieter kaufen.

Welche ist die richtige Gasflaschengröße?

Eine weit verbreitete Gasflaschengröße ist 5 kg sowie 11 kg. Es gibt auch Gasflaschen mit 3 kg, welche sich dort eignen, wo Gas nur zum Kochen benötigt wird. Diese kleinen Gasflaschen sind international einheitlich und daher sehr beliebt.

Aus welchem Material bestehen Gasflaschen?

Sie bestehen aus Kunststoff, Aluminium oder Stahl.

Aluminium- oder Kunststoffgasflaschen heißen auch Leichtflaschen. Sie eignen sich für schwerbeladene Wohnmobile und lassen sich angenehmer tauschen, da sie weniger wiegen.

Welche Preise werden für Gasflaschen verlangt?

Gasflaschen sind als Pfandflaschen sowie als Kaufflaschen erhältlich.

Die Pfandflaschen (meist rote Flaschen) können zurückgegeben werden, wenn man sie nicht mehr benötigt.

Kaufflaschen (meist graue Flaschen) bekommt man nicht mehr beim Händler los. Sie müssen dann ordnungsgemäß entsorgt werden. Ansonsten muss man sie behalten.

Mittlerweile gibt es aber bei beiden Varianten den Flaschentausch.

Wer noch keine Flasche besitzt, muss natürlich zuerst eine ausleihen oder kaufen. Dafür gibt es abhängig vom jeweiligen System unterschiedliche Preispauschalen.

Die Pfandbeträge betragen je nach Anbieter zwischen 30 und 50 Euro.

Es ist also sinnvoll, sich als Einsteiger im Bereich Wohnmobil auch ausführlich mit dem Thema Gas zu befassen, um Fehlentscheidungen zu vermeiden.


Letzte Aktualisierung: 18.01.2021

Bild mit freundlicher Genehmigung von stasal
2021-01-18