Apuanische Alpen im Norden der Toskana
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Die Apuanischen Alpen (Alpi Apuane) sind das schroffe Kalk- und Marmorgebirge im Nordwesten der Toskana, zwischen der Versilia-Küste und der Garfagnana. Die Gipfel steigen nur wenige Kilometer vom Meer entfernt auf fast 2.000 Meter. Wanderer finden hier alpine Touren mit Meerblick, dazu kommen Tropfsteinhöhlen und die weltberühmten Marmorbrüche von Carrara.
Apuanische Alpen – auf einen Blick
- Lage: zwischen Magra (Nordwesten), Serchio/Garfagnana (Osten) und der Küste von Versilia und Riviera Apuana (Südwesten); Provinzen Massa-Carrara und Lucca
- Höchster Berg: Monte Pisanino, 1.946 m
- Schutzgebiet: Regionaler Naturpark Alpi Apuane (seit 1985), seit 2012 UNESCO-Geopark
- Höhlen: Grotta del Vento (ganzjährig, Führungen von 1 bis 3 Stunden) und Antro del Corchia (größtes Höhlensystem Italiens)
- Marmor: Steinbrüche bei Carrara, zum Beispiel per Jeep-Tour durch die Marmorbrüche von Carrara (GetYourGuide)
- Beste Wanderzeit: Mai bis Oktober; im Winter liegt auf den Gipfeln oft Schnee
Das Gebirge und der Naturpark
Mit den „echten“ Alpen haben die Apuanischen Alpen geologisch nichts zu tun – sie gehören zum Apennin-Vorland, sehen aber mit ihren steilen Graten und Karen hochalpin aus. Der Name geht auf die Apuaner zurück, einen ligurischen Volksstamm, der hier in der Antike lebte. Das Gebirge ist stark verkarstet: Fast 2.000 Höhlen sind bekannt.
Seit 1985 schützt der Parco Naturale Regionale delle Alpi Apuane einen großen Teil des Gebirges. 1997 wurde die Fläche auf rund 20.600 Hektar verkleinert, damit der Marmorabbau weitergehen kann – ein Konflikt, der die Region bis heute prägt. Seit 2012 gehört der Park zum Netz der UNESCO-Geoparks.
Die höchsten Gipfel
| Gipfel | Höhe |
|---|---|
| Monte Pisanino | 1.946 m |
| Monte Cavallo | 1.895 m |
| Monte Tambura | 1.895 m |
| Pania della Croce | 1.858 m |
| Monte Grondilice | 1.808 m |
Wandern in den Apuanischen Alpen
Das Wegenetz ist dicht und mit den rot-weißen Markierungen des CAI (Club Alpino Italiano) beschildert. Viele Touren sind trotz geringer Höhe anspruchsvoll: steile, oft ausgesetzte Pfade, Geröll und Marmorschotter. Gefürchtet sind Nebel, der vom Meer aufzieht und die Orientierung schnell erschwert. Nehmen Sie gutes Schuhwerk, ausreichend Wasser (Quellen sind selten) und eine Karte bzw. GPS-Track mit. Weitere Ideen finden Sie in unserem Beitrag Wandern in der Toskana.
Pania della Croce
Die Pania della Croce (1.858 m) gilt als „Königin der Apuanen“. Der Aufstieg führt durch Buchenwälder und über Geröllfelder; oben reicht der Blick an klaren Tagen über das Ligurische und das Tyrrhenische Meer bis zum Apennin. Die Tour ist lang und verlangt Trittsicherheit.
Monte Forato und der doppelte Sonnenuntergang
Zwischen den beiden Gipfeln des Monte Forato spannt sich ein großer natürlicher Felsbogen. Er sorgt für ein bekanntes Schauspiel: Um den 29. November bis 1. Dezember verschwindet die Sonne vom Serchio-Tal aus gesehen am Nachmittag hinter dem Bogen und taucht Sekunden später im Loch wieder auf – ein „doppelter Sonnenuntergang“. Laut Grotta del Vento ist er gegen 15.30 Uhr zu sehen, ein guter Beobachtungspunkt liegt beim Weiler Trimpello an der Straße nach Vergemoli.
Campocatino und Monte Roccandigia
Leichter ist die Wanderung bei Vagli Sotto: Das Almdorf Campocatino liegt auf rund 1.000 Metern in einem ehemaligen Gletscherkessel mit alten Hirtenhütten, darüber ragen die Felswände des Monte Roccandigia auf. Ganz in der Nähe liegt der Vagli-Stausee mit dem versunkenen Dorf Fabbriche di Careggine.
Hütten und Ausgangsorte
Für Mehrtagestouren gibt es Berghütten (Rifugi) von CAI und privaten Betreibern. Viele sind nur im Sommer durchgehend geöffnet, sonst an Wochenenden oder auf Anfrage – reservieren Sie vorher. Gute Ausgangsorte sind die Bergdörfer der Versilia wie Stazzema, Cardoso, Pomezzana und Levigliani sowie auf der Garfagnana-Seite Fornovolasco, Vagli und Castelnuovo di Garfagnana. Am schönsten zum Wandern sind Mai/Juni und September/Oktober, wenn die Kastanienwälder sich färben; im Hochsommer früh starten.
Höhlen und Marmorbrüche
Grotta del Vento
Die Grotta del Vento bei Fornovolasco (Gemeinde Fabbriche di Vergemoli) auf der Garfagnana-Seite ist ganzjährig geöffnet (außer am 25. Dezember). Es gibt drei geführte Routen: 800 m in etwa 1 Stunde, 1.500 m in 2 Stunden und 2.200 m in 3 Stunden mit Tropfsteinen, kleinen Seen und unterirdischen Wasserläufen. Drinnen hat es konstant 10,7 °C – Jacke mitnehmen. Aktuelle Zeiten und Preise sowie die Online-Buchung finden Sie auf der offiziellen Website.
Antro del Corchia
Das Antro del Corchia im Monte Corchia ist mit rund 70 Kilometern Gängen und Schächten das größte unterirdische Höhlensystem Italiens. Besucher sehen auf einem geführten Rundgang etwa 2 Kilometer davon. Ein Shuttlebus bringt Sie vom Dorfplatz in Levigliani di Stazzema zum Eingang auf rund 860 Metern Höhe. Termine und Preise erfahren Sie beim Betreiber Corchia Park.
Die Marmorbrüche von Carrara
Weiß leuchtende Steinbrüche prägen die Hänge oberhalb von Carrara; rund 100 der etwa 140 aktiven Brüche der Apuanen liegen im Becken von Carrara. Besichtigen lassen sich die Brüche bei Colonnata, Fantiscritti und Torano, am bequemsten mit einer geführten Tour – etwa der Jeep-Tour durch die Marmorbrüche von Carrara oder einer Ganztagestour „Carrara-Marmor von Michelangelo“. Marmor verarbeitet wird auch in den Bildhauerwerkstätten von Pietrasanta.
Unterkunft
Für Wanderungen auf der Ostseite bietet sich die Garfagnana an: Unterkünfte in Castelnuovo di Garfagnana bei Booking.com. Wer Berge und Meer verbinden möchte, wohnt an der Küste in der Versilia, etwa in Forte dei Marmi oder Viareggio, und fährt für Touren ins Gebirge.
Unterkunft in der Garfagnana finden
Ausflugsziele am Rand der Apuanen
Zwischen den Bergen und dem Meer bei Viareggio liegt der Lago di Massaciuccoli, ein Naturschutzgebiet mit Schilfgürteln und Vogelwelt; an seinem Ufer in Torre del Lago lebte Giacomo Puccini. Nach Süden geht es nach Lucca mit seiner begehbaren Stadtmauer. Mehr zur Küste zwischen Carrara und Pisa lesen Sie in Toskanaküste von Carrara bis Pisa.

Häufige Fragen zu den Apuanischen Alpen
Wie hoch ist der höchste Berg der Apuanischen Alpen?
Der Monte Pisanino ist mit 1.946 Metern der höchste Gipfel (manche Quellen nennen 1.947 m). Es folgen Monte Cavallo und Monte Tambura mit je rund 1.895 Metern.
Wo liegen die Apuanischen Alpen?
Im Nordwesten der Toskana in den Provinzen Massa-Carrara und Lucca, zwischen der Versilia-Küste und der Garfagnana. Begrenzt werden sie von den Flüssen Magra und Serchio.
Kann man in den Apuanischen Alpen gut wandern?
Ja, es gibt ein dichtes, vom CAI markiertes Wegenetz. Viele Touren sind steil und teils ausgesetzt; Trittsicherheit, gutes Schuhwerk und Wasser sind wichtig, und Nebel kann schnell aufziehen.
Welche Höhlen kann man in den Apuanischen Alpen besichtigen?
Die Grotta del Vento bei Fornovolasco (drei Führungen von 1 bis 3 Stunden, ganzjährig) und das Antro del Corchia bei Levigliani, das größte Höhlensystem Italiens mit rund 2 km Besucherweg.
Wann ist der doppelte Sonnenuntergang am Monte Forato?
Laut Grotta del Vento um den 29. November bis 1. Dezember, gegen 15.30 Uhr, gut zu sehen bei Trimpello im Serchio-Tal.
Sind die Apuanischen Alpen ein Nationalpark?
Nein, sie sind ein regionaler Naturpark (Parco Naturale Regionale delle Alpi Apuane, gegründet 1985) und seit 2012 UNESCO-Geopark.












