Das Tyrrhenische Meer – Ein faszinierendes Naturwunder
Inhalt
Das Tyrrhenische Meer ist der Teil des Mittelmeers, der zwischen der italienischen Westküste und den Inseln Korsika, Sardinien und Sizilien liegt. Für Toskana-Urlauber ist es das Meer vor der Haustür: An seinen Küsten liegen Badeorte wie Castiglione della Pescaia, Follonica oder San Vincenzo, und mitten darin der Toskanische Archipel mit Elba, Giglio und Capraia.
Auf einen Blick
- Lage: zwischen italienischem Festland (Toskana, Latium, Kampanien, Basilikata, Kalabrien), Korsika, Sardinien und Sizilien
- Fläche: je nach Abgrenzung rund 231.000 bis 275.000 km²
- Tiefe: im Mittel etwa 2.000 m, an der tiefsten Stelle rund 3.600 bis 3.800 m
- Verbindungen: Straße von Bonifacio (zwischen Korsika und Sardinien), Straße von Messina (zum Ionischen Meer), offener Kanal zwischen Sardinien und Sizilien
- Wassertemperatur: an der Oberfläche im Winter um 13 °C, im Hochsommer meist 23–24 °C
- Name: von den Tyrrhenern, wie die Griechen die Etrusker nannten
Lage, Grenzen und Größe
Das Tyrrhenische Meer ist ein tiefes Becken im westlichen Mittelmeer. Im Osten begrenzt es die italienische Halbinsel von der Toskana bis Kalabrien, im Westen Korsika und Sardinien, im Süden Sizilien. Mit dem übrigen Mittelmeer ist es über mehrere Durchlässe verbunden: die nur rund 11 km breite Straße von Bonifacio, die etwa 3 km schmale Straße von Messina hinüber zum Ionischen Meer und den breiten Kanal zwischen Sardinien und Sizilien. Nach Norden geht es ins Ligurische Meer über.
Bei Fläche und Tiefe schwanken die Angaben je nach Quelle und Abgrenzung: Genannt werden rund 231.000 bis 275.000 km² Fläche und eine Maximaltiefe von etwa 3.600 bis 3.800 Metern. Die größten Häfen am Tyrrhenischen Meer sind unter anderem Neapel, Palermo, Civitavecchia (der Hafen Roms), Salerno, Gioia Tauro und in der Toskana Livorno sowie Piombino als Fährhafen nach Elba.
Liegt die Toskana am Tyrrhenischen oder am Ligurischen Meer?
Beides – je nachdem, wen man fragt. Nach traditioneller italienischer Auffassung gehört praktisch die gesamte toskanische Küste bis zur Magra-Mündung zum Tyrrhenischen Meer. Die Internationale Hydrographische Organisation (IHO) zieht die Grenze dagegen anders; in einer überarbeiteten Fassung verläuft sie etwa entlang des 43. Breitengrads von der toskanischen Küste nach Kap Corse. Danach zählen die Versilia, Pisa und Livorno eher zum Ligurischen Meer, die Küste der Maremma und der Toskanische Archipel zum Tyrrhenischen Meer. Für den Badeurlaub spielt das keine Rolle.
Name und Geschichte
Der Name geht auf die Tyrrhener (griechisch Tyrrhenoí) zurück – so nannten die Griechen die Etrusker, die das angrenzende Festland in der heutigen Toskana und im nördlichen Latium besiedelten. „Tyrrhenisches Meer“ bedeutet also sinngemäß „Meer der Etrusker“. Spuren dieser Kultur finden Sie an der Küste bis heute, etwa in der etruskischen Nekropole am Golf von Baratti bei Piombino oder in Volterra im Hinterland.
Inseln im Tyrrhenischen Meer
Der Toskanische Archipel
Vor der toskanischen Küste liegen die sieben Hauptinseln des Toskanischen Archipels: Elba, Capraia, Gorgona, Pianosa, Montecristo, Giglio und Giannutri. Sie gehören zum Nationalpark Toskanischer Archipel, der rund 17.900 Hektar Land und rund 56.800 Hektar Meeresfläche schützt. Elba ist die größte Insel und per Fähre ab Piombino in etwa einer Stunde erreichbar (Anreise nach Elba). Giglio und Giannutri erreichen Sie ab Porto Santo Stefano, Capraia ab Livorno. Gorgona, Pianosa und Montecristo sind nur eingeschränkt zugänglich.
Weitere Inseln und Inselgruppen
- Korsika, Sardinien und Sizilien bilden den West- und Südrand des Meeres; Korsika gehört zu Frankreich, Sardinien und Sizilien zu Italien.
- Pontinische Inseln (u. a. Ponza und Ventotene) vor der Küste Latiums – vulkanischen Ursprungs.
- Capri und Ischia im Golf von Neapel.
- Liparische (Äolische) Inseln nördlich von Sizilien, darunter Lipari, Vulcano und der aktive Vulkan Stromboli.
- Ustica nördlich von Palermo.
Unterwasserwelt: Vulkane, Seegras, Wale und Delfine
Tiefsee und Unterwasservulkane
Das Tyrrhenische Meer ist geologisch jung und aktiv. Am Meeresgrund liegen große Unterwasservulkane, allen voran der Marsili, der sich rund 2.600 Meter über den Meeresboden erhebt und als einer der größten Vulkane Europas gilt. Über Wasser zeugen Stromboli, Vulcano und der Vesuv am Golf von Neapel von derselben vulkanischen Aktivität.
Posidonia-Seegraswiesen
In Küstennähe prägen Wiesen aus Neptungras (Posidonia oceanica) den Meeresboden. Das Seegras kommt nur im Mittelmeer vor, ist Kinderstube für viele Fischarten und schützt die Strände vor Erosion. Die braunen „Bälle“ und Blattreste, die im Winter an manchen Stränden liegen, stammen von diesen Wiesen – sie sind kein Schmutz, sondern ein Zeichen für intaktes Meer.
Wale und Delfine im Pelagos-Schutzgebiet
Der nördliche Teil des Tyrrhenischen Meeres gehört zum Pelagos-Schutzgebiet, das Italien, Frankreich und Monaco 1999 vereinbart haben. Es umfasst rund 87.500 km² zwischen Toulon, Sardinien und der toskanischen Küste bis zum Fosso Chiarone an der Grenze zu Latium – also auch die Gewässer rund um Elba und den Toskanischen Archipel. Hier leben unter anderem Streifendelfine, Große Tümmler, Cuvier-Schnabelwale und Finnwale; das Gebiet gilt als wichtigstes Nahrungsrevier der Finnwale im Mittelmeer. Ausfahrten zur Walbeobachtung starten in der Saison unter anderem von der toskanischen Küste – mehr dazu auf unserer Seite Wale und Delfine in der Toskana und bei den Bootstouren in der Toskana.



Baden im Tyrrhenischen Meer an der toskanischen Küste
Badesaison ist an der toskanischen Küste in der Regel von Juni bis September. Im Hochsommer erreicht das Wasser an der Oberfläche meist 23–24 °C, in heißen Sommern auch mehr; im Winter kühlt es auf etwa 13 °C ab. Im Mai und im Oktober ist das Meer noch frisch, die Strände aber deutlich leerer. Wann sich welche Jahreszeit lohnt, lesen Sie unter beste Reisezeit für die Toskana.
| Küstenabschnitt | Charakter | Mehr dazu |
|---|---|---|
| Versilia (Viareggio, Forte dei Marmi) | breite Sandstrände, viele Strandbäder | Versilia |
| Etruskische Küste (Cecina bis Piombino) | lange Sandstrände mit Pinienwald, Golf von Baratti | San Vincenzo |
| Maremma (Follonica bis Argentario) | Naturstrände, Naturpark der Maremma, Lagune von Orbetello | Sandstrände der Maremma |
| Toskanischer Archipel | Buchten mit klarem Wasser, Fels- und Kiesstrände | Strände von Elba |
Eine Übersicht über die Badeorte der ganzen Küste finden Sie auf unserer Seite Toskana: Meer und Strand, weniger überlaufene Abschnitte unter ruhige Strände der Toskana.
Häufige Fragen zum Tyrrhenischen Meer
Wo liegt das Tyrrhenische Meer?
Das Tyrrhenische Meer ist ein Teil des westlichen Mittelmeers zwischen der italienischen Westküste (Toskana bis Kalabrien) und den Inseln Korsika, Sardinien und Sizilien.
Wie tief ist das Tyrrhenische Meer?
Die mittlere Tiefe liegt bei etwa 2.000 Metern. An der tiefsten Stelle werden je nach Quelle rund 3.600 bis 3.800 Meter angegeben.
Warum heißt es Tyrrhenisches Meer?
Der Name stammt von den Tyrrhenern – so nannten die Griechen die Etrusker, die an der Küste der heutigen Toskana und Latiums lebten. Es ist also das „Meer der Etrusker“.
Wie warm ist das Tyrrhenische Meer im Sommer?
An der Oberfläche erreicht das Wasser im Hochsommer meist 23–24 °C, in heißen Sommern auch mehr. Im Winter sinkt die Temperatur auf etwa 13 °C.
Gibt es Wale und Delfine im Tyrrhenischen Meer?
Ja. Der nördliche Teil gehört zum Pelagos-Schutzgebiet für Meeressäuger. Dort leben unter anderem Streifendelfine, Große Tümmler, Finnwale und Cuvier-Schnabelwale. Von der toskanischen Küste werden in der Saison Ausfahrten zur Walbeobachtung angeboten.
Liegt die Toskana am Tyrrhenischen oder am Ligurischen Meer?
Nach italienischer Tradition liegt fast die gesamte toskanische Küste am Tyrrhenischen Meer. Nach Abgrenzung der IHO gehört der nördliche Teil (etwa Versilia bis Livorno) eher zum Ligurischen Meer, die Maremma und der Toskanische Archipel zum Tyrrhenischen Meer.







