Roadtrip durch die Toskana
Inhalt
Ein Roadtrip durch die Toskana verbindet Kunststädte, Bergdörfer, Weinstraßen und Meer – und gelingt am besten mit realistischen Etappen statt Kilometerjagd. Die folgende Rundreise ab Florenz führt über Lucca, die Garfagnana, Pisa, Volterra und Bolgheri nach Siena und durchs Chianti zurück: rund 500 km, ideal in 7 bis 10 Tagen.
Roadtrip Toskana auf einen Blick
- Route: Florenz – Lucca – Garfagnana – Pisa – Volterra – Bolgheri – Siena – Chianti – Florenz
- Strecke: ca. 500 km (gerundet), reine Fahrzeit etwa 8–9 Stunden
- Dauer: mindestens 7, besser 10 Tage
- Beste Reisezeit: Mai/Juni und September/Oktober – angenehm warm, weniger Verkehr
- Wichtig: Altstädte sind fast überall ZTL-Zonen – nicht hineinfahren, außen parken
Die Route im Überblick
Die Entfernungen sind gerundet und hängen von der gewählten Strecke ab. Auf kurvigen Landstraßen sind Sie langsamer, als das Navi verspricht – planen Sie pro Etappe lieber einen Puffer und Zeit für Fotostopps ein.
| Etappe | Entfernung (ca.) | Fahrzeit (ca.) | Empfohlene Nächte |
|---|---|---|---|
| Florenz → Lucca | 80 km | 1 Std. | 2 |
| Lucca → Garfagnana (Castelnuovo) | 45 km | 1 Std. | 1 (oder Tagesausflug) |
| Garfagnana → Pisa | 60 km | 1¼ Std. | 1 |
| Pisa → Volterra | 65–95 km | 1½ Std. | 1 |
| Volterra → Bolgheri | 40–60 km | 1 Std. | 1–2 (Meer) |
| Bolgheri → Siena | 95 km | 1¾ Std. | 2 |
| Siena → Chianti → Florenz | 80 km | 1¼ Std. (ohne Stopps) | 1 im Chianti |
Die Etappen im Detail
Florenz: Start und Ziel
Florenz mit rund 360.000 Einwohnern ist dank Flughafen und Bahnhof ein guter Startpunkt – auch für eine Mietwagenübernahme. Ein Auto brauchen Sie in der Stadt selbst nicht: Die Innenstadt ist ZTL, parken Sie am Rand oder an der Unterkunft. Pflicht sind der Dom Santa Maria del Fiore, die Uffizien, der Ponte Vecchio und der Sonnenuntergang an der Piazzale Michelangelo. Für die Uffizien sollten Sie Zeitfenster-Tickets vorab buchen, z. B. über GetYourGuide: Tickets für die Uffizien. Wer mit Wohnmobil oder Zelt anreist, findet Tipps unter Camping in Florenz.
- Piazza della Signoria und Palazzo Vecchio
- Santa Croce
- Palazzo Pitti und Boboli-Garten
- Mercato Centrale (Markthalle)
Lucca: Stadtmauer und Türme
Lucca ist von einer gut 4 km langen, vollständig erhaltenen Renaissance-Stadtmauer umgeben, auf der Sie zu Fuß oder mit dem Leihrad die Altstadt umrunden. Sehenswert sind die ovale Piazza dell’Anfiteatro auf den Resten des römischen Amphitheaters, der Torre Guinigi mit den Bäumen auf dem Dach, San Michele in Foro, der Dom San Martino und die Einkaufsstraße Via Fillungo. Mittwochs und samstags ist Markt. Wer danach ein paar Tage ans Meer möchte, findet weiter unten die Variante „Abschluss an der Versilia-Küste“.
Garfagnana: Berge, Höhlen und Flussbäder
Nördlich von Lucca beginnt die waldreiche Garfagnana zwischen Apuanischen Alpen und Apennin – das Gegenprogramm zu den Kunststädten. Lohnend sind eine Wanderung zum Felsbogen des Monte Forato (Halbtagestour, gute Kondition nötig), die Tropfsteinhöhle Grotta del Vento (Führungen, Tickets am besten vorab reservieren) und an heißen Tagen ein Bad im Canyon Park am Torrente Lima bei Bagni di Lucca. Unterwegs liegt die mittelalterliche Teufelsbrücke von Borgo a Mozzano.
Pisa: früh am Schiefen Turm sein
Der Schiefe Turm auf der Piazza dei Miracoli ist das bekannteste Wahrzeichen der Toskana. Kommen Sie möglichst früh am Morgen, bevor die Tagesausflügler eintreffen. Den Turm dürfen Sie nur mit Ticket für ein festes Zeitfenster besteigen, das in der Saison oft Tage im Voraus ausgebucht ist – z. B. über GetYourGuide: Eintritt Schiefer Turm und Dom. Mehr zur Stadt lesen Sie im Artikel Pisa und der Schiefe Turm.
Volterra: Alabasterstadt auf dem Hügel
Volterra thront weithin sichtbar auf einem Hügel zwischen Pisa und Siena. Die Stadt ist für ihre etruskische Vergangenheit und für Alabaster bekannt, der hier bis heute in Werkstätten verarbeitet wird. Schlendern Sie durch die Gassen, über die Piazza dei Priori und zum römischen Theater. Samstags ist Wochenmarkt.

Photo by Engjell Gjepali on Unsplash
Bolgheri und das Meer
Über die rund 5 km lange Zypressenallee Viale dei Cipressi erreichen Sie das kleine Dorf Bolgheri – Zentrum eines bekannten Weinbaugebiets mit zahlreichen Weingütern. Das Meer ist nah: Legen Sie hier ein, zwei Badetage ein, z. B. an den Stränden der Toskana rund um Marina di Bibbona und San Vincenzo. Mehr zu den Weinen: Toskana-Wein.
Siena: Piazza del Campo und Torre del Mangia
Die Altstadt von Siena ist UNESCO-Welterbe. Herz der Stadt ist die muschelförmige Piazza del Campo mit dem Palazzo Pubblico. Rund 400 Stufen führen auf den Torre del Mangia mit Panoramablick über die Dächer. Ebenfalls Pflicht: der Dom mit seinem Marmorfußboden. Für die Rückfahrt nach Florenz bietet sich die Chiantigiana (SR 222) durch das Chianti an – mit Stopps in Castellina, Greve und Panzano. Weinproben und geführte Touren finden Sie bei GetYourGuide: Touren im Chianti-Gebiet.
Variante: Abschluss an der Versilia-Küste
Wer die Rundreise am Meer ausklingen lassen möchte, fährt von Lucca an die Versilia. Unterwegs lohnt ein Abstecher zu den Marmorbrüchen von Carrara. An den langen Sandstränden von Forte dei Marmi, Lido di Camaiore und Viareggio findet jeder seinen Platz – ein guter Abschluss gerade mit Kindern. Die Strecke beschreiben wir ausführlich in der Küstentour Carrara–Pisa.
Praktische Tipps für den Roadtrip
ZTL: die größte Bußgeldfalle
Fast alle historischen Zentren – Florenz, Siena, Lucca, Pisa, Volterra und viele kleine Orte – sind „Zona a Traffico Limitato“ (ZTL). Die Einfahrt wird per Kamera überwacht; wer ohne Genehmigung hineinfährt, bekommt das Bußgeld oft Monate später nach Hause geschickt, bei mehreren Durchfahrten auch mehrfach. Achten Sie auf das Schild mit rotem Kreis und dem Zusatz „ZTL“ und „Varco attivo“, verlassen Sie sich nicht blind aufs Navi und parken Sie außerhalb. Wenn Ihr Hotel in der ZTL liegt, fragen Sie vorher, ob es Ihr Kennzeichen anmeldet.
Maut, Tanken und Mobilfunk
- Maut: Italien hat keine Vignette, auf Autobahnen zahlen Sie streckenabhängig. Die Toskana-Schnellstraßen wie Florenz–Siena oder Florenz–Pisa–Livorno sind mautfrei. Alle Kosten der Anreise: Maut 2026 für Österreich, Schweiz und Italien.
- Telefon und Notruf: EU-Roaming zu Inlandspreisen, Notruf 112. Mehr unter Telefonieren in Italien.
- Mit Wohnmobil: Deutsche Gasflaschen werden in Italien nicht getauscht – Lösungen unter Campinggas in Italien. Stellplätze finden Sie unter Wohnmobilstellplätze in der Toskana.
Unterkunft entlang der Route
Für zwei Nächte an einem Ort lohnt sich ein zentraler Standort mit Parkplatz außerhalb der ZTL. Hotels und Ferienwohnungen vergleichen Sie z. B. bei Booking.com: Unterkünfte in Lucca oder Booking.com: Unterkünfte in Siena. Eine alternative Route mit weiteren Zielen finden Sie in unserer Rundreise durch die Toskana.
Häufige Fragen zum Roadtrip durch die Toskana
Wie viele Tage braucht man für einen Roadtrip durch die Toskana?
Für die Runde Florenz – Lucca – Pisa – Volterra – Bolgheri – Siena – Chianti sollten Sie mindestens 7, besser 10 Tage einplanen. Dann bleibt Zeit für zwei Nächte in den großen Städten und einen Badetag am Meer.
Wie lang ist die Route?
Rund 500 km (gerundet). Die reine Fahrzeit liegt bei etwa 8 bis 9 Stunden, verteilt auf kurze Etappen von meist ein bis zwei Stunden.
Was ist eine ZTL und wie vermeide ich Bußgelder?
Eine ZTL ist eine kameraüberwachte Zone mit beschränkter Zufahrt, meist in Altstädten. Fahren Sie nicht hinein, wenn am Schild „Varco attivo“ steht, und parken Sie außerhalb. Liegt Ihr Hotel in der ZTL, lassen Sie Ihr Kennzeichen vorab anmelden.
Braucht man in Italien eine Vignette?
Nein. In Italien zahlen Sie Autobahnmaut nach Strecke. Vignetten brauchen Sie nur für die Transitländer Österreich und Schweiz.
Wann ist die beste Zeit für einen Toskana-Roadtrip?
Mai, Juni, September und Oktober: angenehme Temperaturen, weniger Verkehr und Andrang als im Hochsommer. Im August sind Küste und Städte am vollsten.







