Napoleon Bonaparte auf der Insel Elba

Über den weltbekannten Kriegsherrn Napoleon scheiden sich bereits seit Jahrhunderten die Meinungen. Laien und auch geschichtsbewanderte Menschen streiten sich bis heute darüber, ob es sich bei Napoleon eher um einen genialen Kriegsherrn oder doch nur um einen simplen Kriegsverbrecher handelte. Unabhängig von seinen militärischen Bestrebungen sorgte der Kriegsherr jedoch dafür, dass Napoleon und Elba für immer miteinander in Verbindung gebracht werden.

Der Lebensweg von Napoleon

Im Jahre 1769 kommt der spätere Kriegsführer als Napoleone Buonaparte in der Hauptstadt von Korsika Ajaccio zur Welt. Ursprünglich stammte die Familie von Napoleon aus Italien und gehörte dem niederen Adel an. Insgesamt zogen die Eltern Napoleons unter großen Entbehrungen 8 Geschwister groß. Im Alter von fast 9 Jahren erhält Napoleon ein Stipendium, um an die Militärschule Brienne zu gelangen und dort nach königlichen Standards ausgebildet zu werden. Dieses Stipendium wurde vornehmlich Angehörigen des verarmten Adels zur Verfügung gestellt, um auch dieser Gesellschaftsschicht zu fördern und eine Perspektive zu geben. Da Napoleon jedoch rein sprachlich einen starken korsischen Akzent aufwies, ist überliefert, dass er in Brienne von den übrigen Schülern ausgegrenzt wurde. Hierdurch lernte er schnell, dass er militärisches Geschick benötigte, um Anerkennung zu erhalten und in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden, was ihm auch als vorbildlicher Schüler gelang.

Der Aufstieg des Kriegsherrn

Im Zuge der Französischen Revolution gelang Napoleon ein rascher Aufstieg. Im Jahre 1796 führte er den sogenannten Italienfeldzug an und ebnete seinen persönlichen Weg zur Macht. Parallel heiratete er im selben Jahr die angesehene Joséphine de Beauharnais und sicherte somit seine persönliche Stellung. Im Jahre 1799 unterstütze er zudem den Sturz der Revolutionsregierung und ließ sich anschließend als oberster Konsul ernennen.

Durch diesen Schachzug sicherte sich Napoleon faktisch die alleinige Macht.
Im weiteren Verlauf seines Wirkens erschuf er ein nachrevolutionäres Staatsgefüge und entwarf den sogenannten Code Civil. Aufgrund der zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen und militärischen Erfolgen war es ihm möglich die Staatskassen zu sanieren. Im Jahre 1802 folgte in der Kathedrale von Notre Dame sein persönlicher Eklat, bei dem er seine Eigenkrönung vornahm, indem er die Krone aus den Händen des Papstes entriss.

Die Verbannung auf die Insel Elba

Nachdem Kaiser Napoleon 1814 die Gunst des Militärs verlor, als die alliierten Truppen Paris eingenommen hatten, wurde infolgedessen das Lebenswerk Napoleons zerstört. Im Zuge dessen erfolgte im Nachhinein noch im Jahre 1814 die „Verbannung“ auf die Insel Elba. Napoleon wurde im Vertrag von Fontainebleau eine jährliche Zahlung sowie ein fester Wohnsitz in Elba zugewiesen. Die Einwohner von Elba waren aufgeregt und erfreut einen solch hohen neuen Bewohner auf ihrer Insel begrüßen zu dürfen und boten ihm einen freudigen Empfang.

Napoleon auf Elba

Das Leben auf Elba war einfach und unaufgeregt. Napoleon sah nicht seinen Lebensabend, den er auf Elba verbringen wollte und so verwundert es nicht, dass er bereits beim Erreichen des idyllischen Islands, auch insgeheim schon die Abreise plante. Er arbeite unermüdlich zurück nach Paris zu kehren und marschierte mit vielen Widrigkeiten unerwartet 1815 erneut in Paris ein und hebelte 125.000 Soldaten aus, die gut ausgerüstet und erfahren waren. Im nachfolgenden Schritt erschuf er eine provisorische Regierung und lehnte sich gegen die sogenannte Allianz auf. Im Juni 1815 verlor er jedoch die Schlacht bei Waterloo, somit war Napoleon final geschlagen. Napoleon trat endgültig zurück und verbrachte den Lebensabend im Exil auf der kleinen aber fernen Insel St. Helena.

Wie lange war Napoleon auf der Insel Elba?

Die Insel Elba wird bis heute zuallererst mit Napoleon in Verbindung gesetzt. Die Elbaner beherbergten ihn vom 03.05.1814 bis zum 26.02.1815. Vor Ort herrschten zunächst eine riesige Freude und Aufregung den so berühmten Gast vor Ort ab jetzt ein zuhause geben zu dürfen. Die Freude Napoleons war zunächst verhalten, trotz dessen er gem. Überlieferungen bereits auf der Bootsfahrt nach Elba eine neue Flagge entwarf, die das neue Fürstentum Napoleons tragen sollte. Die soeben kreierte Flagge, wehte im Übrigen bereits im Zuge seiner Ankunft im Hafen von Portoferraio.

Portoferraio in Elba
Im Hafen von Portoferraio kam am 03.05.1814 Napleon auf Elba an.

Napoleon auf Elba: der Aufenthalt auf der Insel

In Portoferraio angekommen verbrachte er die erste Nacht im örtlichen Rathaus. Danach zog er für den Rest des Aufenthalts in die Villa die Mulini sowie in die Villa San Martino und immer wieder auch in eine Stadtwohnung ein, die er direkt in Portoferraio hatte. Napoleon nutzte die Zeit, die er vor Ort hatte und organisierte Elba vollständig neu als Inselstaat. Das führte dazu, dass er Straßen und Brücken bauen ließ sowie Kanäle graben bzw. Sümpfe trockenlegen ließ. Im Zuge seines Wirkens forcierte er die Wiederaufforstung sowie den Erzabbau, auch der Weinanbau wurde gefördert. Um eine Aufforstung der Wälder vorzunehmen, importierte er Eichensetzlinge und Kastanien.

Mulini villa de Napoléon
Auch in der Villa di Mulini verbrachte Napoleon seine Zeit auf Elba

Bis heute profitiert Elba von den Anstrengungen Napoleons. Es wurde überliefert, dass bereits während seines Aufenthalts die ersten Touristen Elba besuchten und für sich entdeckten. Die Besucher wollten zur damaligen Zeit das kleine neue Reich vom großen Napoleon besichtigen und beobachten, was genau er aus seiner misslichen Lage machte. Da Napoleon auch das internationale Geschehen weiterhin beobachte, trotz dessen, dass er weit weg vom Schlüssel der Macht war, sorgte dazu, dass er befürchtete, dass Attentate auf ihn verübt werden sollten. Seine Befürchtungen ebneten einen Weg dafür, dass er erneut Bestrebungen entwickelte nach der Macht zu greifen. Aufgrund dessen verließ Napoleon mit einer kleinen Gefolgschaft von circa 1.000 getreuen Soldaten die Insel, um sich erneut für 100 Tage an die Macht Frankreichs zu kämpfen.

Touristische Attraktionen und ein Besuch auf Elba

Elba, als toskanisches Archipel erfreut sich insbesondere im deutschsprachigen Raum einer großen Beliebtheit. Vor Ort bemerken Besucher schnell, dass die Uhren inseltypisch teils vollkommen anders ticken. Die reiche Natur und das idyllische Inselfeeling laden zum Träumen und zum Entdecken ein. So wundert es nicht, dass lange Wanderpfade und wunderschöne Buchten die Insel umsäumen. Der einst prominenteste Inselbewohner hat die Insel hierbei ganz besonders geprägt. Bis heute kann man als Tourist auf der Insel verteilt imposante Erinnerungen an Napoleon einsehen.

Letzte Aktualisierung: 20.09.2021

Bilder mit freundlicher Genehmigung von e55evu und hassan bensliman - stock.adobe.com
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