Chianti im Herzen der Toskana

Geographische Lage

Die Toskana hat mehr zu bieten als eine weite Hügellandschaft und Zypressen. Das gilt genauso für das Chianti in der Toskana. Doch wo befindet sich eigentlich das ‘Herz’ der Toskana?

Das Chianti-Gebiet erstreckt sich zwischen denen Städten Florenz, Arezzo und Siena. Geographisch handelt es sich um einen Gebirgszug und sein Umland, der teils vom Val di Chiana begrenzt wird, teils in sanftere Hügel verläuft. Die höchste Erhebung der Monti del Chianti ist der Gipfel des San Michele, der 893 Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Von den Bergen hat man eine weite Aussicht in das Valdarno. Insgesamt ist das Gebirge aber nur ungefähr zwanzig Kilometer lang. Geprägt ist das Chianti vom Weinbau.

Das Chianti in der Toskana erkunden

Zunächst wirken die Hügel und Berge des Chianti gar nicht wie ein Weinanbaugebiet, und doch hat man in jedem Dorf die Gelegenheit, den Chianti zu probieren. Rastmöglichkeiten gibt es viele. Möglichkeiten, das Chianti kennenzulernen, ebenso viele.

Mit dem Auto gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man folgt dem Valdarno-Tal entlang der A1 und biegt in das Chianti-Gebiet ab. Oder man folgt von Florenz aus der RA3 in Richtung Pruneta. Von dort empfiehlt sich, der Sp92 Richtung Siena zu folgen. Im Chianti befinden sich viele interessante Ortschaften, die sowohl die Weinbautradition widerspiegeln als auch eine eigene Geschichte erzählen.

Wo ist das Chianti?

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Besondere Orte im Chianti

Impruneta

Die oben schon erwähnte Stadt besteht aus vier Ortsteilen. Sie lebt eine lange Tradition des Terracotta-Handwerks. Aber auch auch die Kultur des Weinanbaus ist allgegenwärtig. Berühmt ist das große Weinfest, das in jedem Herbst gefeiert wird.
Attraktiv ist die Kirche Santa Maria di Impruneta. Die Kirche stammt aus dem 11. Jahrhundert und beherbergt neben einem berühmten Gemälde auch ein Museum.

Greve in Chianti

Die Hauptstadt des Chianti. Zentrum ist der eigenartig geformte Ortsplatz. Er hat eine etwa dreieckige Form, deren spitzer Winkel auf die Kirche zuläuft. Umgeben ist der Platz von mittelalterlichen Bauten. Ein bewusst ruhiger Ort, an dem man gut bummeln und entspannen kann.

Montefioralle

Dieses mittelalterliche Dorf liegt mitten auf einem Hügel. Die alten gepflasterten Straßen und historischen Bauten geben einen schönen Einblick in die Vergangenheit mittelalterlicher Baukunst. Auch dieser Ort ist heute ein Zentrum des Weinanbaus.

Volpaia

Ein ebenfalls mittelalterliches Dorf, das um ein Schloss herum entstanden ist. Auch hier spielt in der heutigen Zeit der Weinanbau eine große Rolle.

Radda

Zwar befindet sich auch Radda auf einem Hügel, das gesamte Stadtgebiet erstreckt sich aber über einen Höhenunterschied von 250 Meter verteilt auf 80 m². Sie befindet sich auf einem sehr alten Siedlungspunkt. Sehr wahrscheinlich haben hier schon die Etrusker gelebt. Neben dem Palazzo Pretorio aus dem Mittelalter und der Kirche San Nicoló gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu entdecken. In der näheren Umgebung befinden sich die Kirchen Santa Maria Novella, das ein schönes Gemälde beherbergt, und Santa Maria in Colle a Badiola, von wo man einen schönen Ausblick hat.
Einen Besuch wert ist auch die romanische Pfarrkirche San Giusto in Salcio. Diese Pfarrei gehört schon zur Provinz Gaiole.

Gaiole

Die Stadt Gaiole bietet einen wundervollen Panoramablick. Umgeben ist die Stadt von zahlreichen Burgen. Als Ausgangspunkt für Wanderungen ist Gaiole gut geeignet.

Monteriggioni

Der mittelalterliche Stadtkern dieser Stadt ist der am besten erhaltene im ganzen Chianti. Beeindruckend ist die gewaltige Stadtmauer. Unverwechselbar sind die zwei Türme des Ortes, die schon in Dantes Werk Erwähnung finden.

Castellina

Nicht mittelalterlich, sondern etruskischen Ursprungs ist dieser ruhige Ort. Belege dafür kann man im dortigen Museum erkunden. Von Castellina aus hat man einen schönen Blick in das Chianti-Tal.

Poggibonsi

Wer noch mehr über die Etrusker erfahren möchte, kann die Nekropolen außerhalb von Poggibonsi besuchen. Die Stadt befindet sich im Val d’Elsa. Die Hügelausläufer der Umgebung sind vom Weinbau geprägt. Im Herbst wird hier in einem Fest der Wein gefeiert. Dabei wird eine antike Technik der Kelterung vorgeführt.

Montespertoli

Ebenfalls etruskischen Ursprungs ist die Ortschaft Montespertoli. Sie liegt schon im Flachland. Interessant ist die jährliche Chianti-Ausstellung. Während mehrerer Festtage werden die Weine der Region groß gefeiert. Verkostungen, Umzüge, Konzerte und mehr finden statt.

Von der Sage zur Geschichte

Man sieht, das Chianti ist vielfältig. Das betrifft nicht nur die Ortschaften, sondern auch die Geschichte.
Da ist es nicht verwunderlich, dass sich bei der bunten Couleur viele Sagen und Legenden in der Toskana gebildet haben. Im Chianti ist die Sage um Schloss Brolio wichtig.

Die im Mittelalter erbaute prächtige Anlage erbte im 19. Jahrhundert der Erbe Bettino Ricasoli. Er bekam den Spitznamen ‘Der eiserne Baron’. Erfolgreich aber angstverbreitend regierte er. Nach seinem Tod häuften sich merkwürdige Ereignisse: Ein plötzlich auftretender eiskalter Windzug, Türen- und Fensterschlagen, sein Sarg ließ sich bei der Beerdigung nicht anheben. Mehrere Menschen wollen ihn nach seinem Tod gesehen haben.
Wie obige kleine Reise durch die Orte schon angedeutet hat, erlebte das Chianti in der Toskana mehrere bedeutsame Epochen.

Zuerst hatte die etruskische Kultur entscheidenden Einfluß. Ihr verdankt sie auch seinen Namen. Der Fluss Chiana heisst etruskisch Clanis. Schließlich musste sich die Etrusker gegen die Römer durchsetzen. Das gelang im Chianti ganz gut. Historische römische Schauplätze wie der Trasumenische See liegen am Rande oder außerhalb.
Die nächste große Epoche war das Mittelalter. Viele Orte entstanden in jener Zeit und sind bis heute erhalten geblieben. Wichtiger Faktor ist seit Jahrhunderten der Weinanbau.

Der Wein Chianti

Während in der heutigen Zeit das Anbaugebiet des Chianti größer als das Chianti-Gebiet ist, stimmt es fast mit dem Anbaugebiet des Chianti classico überein. Dieses Gebiet wurde 1924 notariell festgelegt. Dazu gehören die Gemeinden:

  • Castellina in Chianti
  • Gaiole
  • Greve
  • Radda
  • teilweise Barberino Tavarnelle
  • Castelnuovo Berardenga
  • Poggibonsi
  • San Casciano

Der Chianti Wein ist keine Rebsorte, sondern eine festgelegte Mischung. Die perfekte Mischung, die später kaum noch verändert wurde, fand der in der Sage genannte Baron Ricasoli heraus. Obwohl der Name Chianti geschützt ist, hat jeder Ort seine eigene Tradition. So kommt es zu den feinen regionalen Unterschieden des Weines.

Letzte Aktualisierung: 02.08.2021

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