Mit Mark Twain in Florenz
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Mark Twain war mehrmals in Florenz – als spottender Tourist 1867, als Gast auf der Durchreise 1878 und später zweimal für viele Monate als Bewohner gemieteter Villen in den Hügeln über der Stadt. Hier lesen Sie, wo der amerikanische Autor wohnte, was er über Florenz und Pisa schrieb und was davon heute noch zu sehen ist.
Mark Twain und Florenz auf einen Blick
- 1867: erster Besuch von Florenz und Pisa auf der Reise mit dem Dampfer „Quaker City“ – beschrieben in Die Arglosen im Ausland* (1869)
- 1878: erneuter kurzer Italien-Aufenthalt während der Europareise, aus der „Bummel durch Europa“ (A Tramp Abroad, 1880) entstand
- 1892/93: Villa Viviani in Settignano (25. September 1892 bis 15. Juni 1893) – hier entstand ein erster Entwurf von „Pudd’nhead Wilson“
- 1903/04: Villa di Quarto am Fuß des Monte Morello; dort starb am 5. Juni 1904 seine Frau Olivia

Twains Reisen nach Florenz
1867: Der spöttische Tourist
Auf seiner ersten großen Europareise kam Twain 1867 mit einer Gruppe amerikanischer Reisender auch nach Florenz und Pisa. Seine Eindrücke veröffentlichte er 1869 in Die Arglosen im Ausland* (The Innocents Abroad). Im Kapitel über die Toskana nimmt er sich – typisch Twain – die Begeisterung der Kunstreisenden vor: Er spottet über den Arno, der ihm im Sommer kaum größer als ein Bach erschien, verläuft sich in der Stadt und bestieg in Pisa den Schiefen Turm. Wer heute auf seinen Spuren unterwegs ist, findet die Stationen in unserem Florenz-Reiseführer und auf der Seite zum Schiefen Turm von Pisa.
1878: Kurzer Abstecher
Während der Europareise, aus der das Buch „Bummel durch Europa“ (A Tramp Abroad, 1880) hervorging, war Twain 1878 noch einmal kurz in Italien und Florenz. In diesem Buch spielt die Toskana allerdings nur eine Nebenrolle – die ausführliche Florenz-Schilderung steht in den „Arglosen im Ausland“.
1892/93: Ein Jahr in der Villa Viviani in Settignano
Vom 25. September 1892 bis zum 15. Juni 1893 lebte die Familie Clemens in der Villa Viviani in Settignano, einem Ortsteil an den Hügeln nordöstlich von Florenz. Twain schwärmte von der Aussicht über die Stadt und arbeitete hier sehr produktiv: Unter anderem entstand ein erster Entwurf von „Pudd’nhead Wilson“. Rückblickend beschrieb er die Zeit in der Villa als nahezu ideales Leben.
1903/04: Die Villa di Quarto
Im Herbst 1903 zog die Familie auf ärztlichen Rat wegen der kranken Olivia Clemens erneut nach Florenz – diesmal in die Villa di Quarto (Via Pietro Dazzi) im hügeligen Norden der Stadt am Fuß des Monte Morello. Twain diktierte hier Teile seiner Autobiografie und beschrieb die Villa darin ausgesprochen schlecht gelaunt. Am 5. Juni 1904 starb Olivia in der Villa; kurz danach verließ Twain Italien.
Auf Mark Twains Spuren in Florenz
Die beiden Villen sind keine Museen. Ein Abstecher nach Settignano lohnt sich trotzdem wegen des Blicks über Florenz, den schon Twain lobte. Die Literatur-Spurensuche lässt sich gut mit den klassischen Sehenswürdigkeiten verbinden, etwa einem Gang über den Ponte Vecchio oder einem Abstecher nach Pisa. Geführte Stadtrundgänge und Tickets für Florenz finden Sie bei GetYourGuide. Einen Überblick über Florenz und sein Umland gibt außerdem unsere Seite zur Provinz Florenz.
Häufige Fragen zu Mark Twain in Florenz
Wann lebte Mark Twain in Florenz?
Zweimal: vom 25. September 1892 bis 15. Juni 1893 in der Villa Viviani in Settignano und ab Herbst 1903 in der Villa di Quarto, wo seine Frau Olivia am 5. Juni 1904 starb. Schon 1867 und 1878 war er als Reisender in Florenz.
In welchem Buch beschreibt Mark Twain Florenz und Pisa?
In „Die Arglosen im Ausland“ (The Innocents Abroad, 1869), dem Reisebericht seiner Europa- und Orientreise von 1867.
Wo liegt die Villa Viviani?
In Settignano, einem Ortsteil von Florenz an den Hügeln nordöstlich der Altstadt.
Kann man die Villen von Mark Twain besichtigen?
Weder die Villa Viviani noch die Villa di Quarto sind als Museum zugänglich. Settignano lohnt sich aber wegen der Aussicht auf Florenz.
Was schrieb Mark Twain in Florenz?
In der Villa Viviani entstand unter anderem ein erster Entwurf von „Pudd’nhead Wilson“; in der Villa di Quarto diktierte er 1904 Teile seiner Autobiografie.







