Insel Capraia

Mitten im Kanal von Korsika gelegen befindet sich die wunderschöne Insel Capraia. Es handelt sich um die drittgrößte Insel im Toskanischen Archipel und gleichzeitig um eine der maritimsten Realitäten in diesem Gebiet. Die Insel gilt als die wildeste Insel im Archipel und liegt näher an der Insel Korsika als am Festland.

Infos über die Insel Capraia

Die Insel Capraia hat eine Fläche von ca. 19 Quadratkilometern. An ihren höchsten Punkt misst sie 447 m.
Sie hat ungefähr 300 Einwohnern und wird autonom verwaltet. Die einzigen bewohnten Teile der Insel befindet sich an einem ehemaligen Gefängnis und im Gebiet rund um den Hafen. Auch während der Touristenzeit ist es eine sehr ruhige und entspannte Gegend, da die Unterkünfte auf der Insel sehr begrenzt sind. Zudem ist das Autofahren hier komplett verboten.
Die Insel ist vulkanischen Ursprungs. Es gibt auf der Insel nur einen kleinen Sandstrand, die Bucht Cala della Mortula. Ansonsten gibt es hier nur Felsenbuchten.
Der Name der Insel stammt von Wildziegen (ialienisch: capra). Den ersten Namen der Insel, Aiglyion, hat sie von den Griechen erhalten. Die Römer haben den Namen später auf Capraia geändert. Der Name nimmt Bezug auf die zahlreichen Wildziehen, die die Insel bewohnen.

Wo ist die Insel Capraia


Geschichte der Insel

Im Mittelalter befand sich auf der Insel eine Basis von sarazenischen Piraten. Danach befand sie sich unter der Herrschaft der Stadt Pisa, nach der Schlacht von Meloria gehörte sie zu Genua.

Auch nach 1768 verblieb die Insel bei Genua, obwohl sie administrativ eigentlich zu Korsika gehörte, welches zu Frankreich wechselte. Bis zum 15. November 1925 gehörte die Insel zur Provinz Genua, danach gehörte sie zur Toskana. Religiös verblieb sie bis zum 01. Januar 1977 zum Erzbistum Genua.

Im Zeitraum von 1873 bis 1986 wurde die Insel als landwirtschaftliche Strafkolonie genutzt. Erst mit dem Ende dieser Strafkolonie konnte sie touristisch genutzt werden.

Die Landschaft der Insel Capraia

Die Insel ist einmalig im toskanischen Archipel, da sie durch einen doppelten Vulkanausbruch entstanden ist. Vor ca. 10 Millionen Jahren, während des ersten Ausbruchs, entstand die Form der Insel. Ein zweiter Ausbruch fand vor ca. 1 Million Jahren statt.

Durch die Ausbrüche ist eine einmalige Landschaft entstanden. Die Insel verfügt über steile und aufregende Küsten, die direkt in das Meer abfallen und Felsen, die von Meer und Wind gezeichnet sind. Diese Naturschauspiele dokumentieren die Ausbrüche und die folgenden Lavaablagerungen.
Ein besonderes Highlight ist die Cala Rossa Bucht. Dort schillern die Felswände in Farben von Rot bis Schwarz und sind ein ganz besonderer Anblick.

Das Zentrum der Insel ist gleichzeitig das bergigste Gebiet. Der höchste Berg mit 445 Metern ist der Monte Castello. Im Zentrum gibt es eine dichte Mittelmeerbuschvegetation. Diese ist besonders reich an Myrte, Erdbeerbäumen, Erika und Mastixsträuchern. Hinzu kommt ein Wassersammelteich, den Stagnone. Auch einige seltene endemische Pflanzenarten sind auf der Insel Capria heimisch (Zwerg-Borretsch oder das Tausengüldenkraut).

Die Vogelinsel Capraia

Die Insel wird auch Möweninsel genannt. Das spiegelt sich im großen Vogelvorkommen auf der Insel wieder.
Es gibt auf der Insel einige Sorten an Vögeln, die ständig ansässig sind, andere unterliegen Migrationsbewegungen. Hier finden sich beispielsweise die Krähenscharbe oder die seltene Korallenmöwe in großer Zahl. Auch der Turmfalke, der Wanderfalke und der kleine Korsikazeisig sind hier zuhause.

Insel Capraia
Insel Capraia

Schnorcheln und Tauchen

Der Meeresgrund der Insel ist das Ziel von vielen Schnorchlern und Tauchern für unvergeßliche Tauchgänge. Es gibt hier dichte Poseidongraswiesen, zwischen denen Doradne, Snaper und Zackenbärsche beobachtet werden können.
Dort liegt zudem das größte Meeresschutzgebiet von Europa (“Santuario internazionale dei Mammiferi marini Pelagos) aufgrund der massiven Präsenz von Delfinen und Walen.
Diese Tiere können hier schnell gefunden und in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet werden.

Schnorcheln in Capraia
Schnorcheln in Capraia

Historische Sehenswürdigkeiten auf der Insel

Zudem gibt es auf der Insel viele historische Sehenswürdigkeiten. Auf vielen unterschiedlichen Wanderwegen und Maultierpfaden können diese erreicht und besichtigt werden.
Dazu gehört natürlich das ehemalige Gefängnis, aber auch der Turm am Hafen, die Kirchen Santo Stefano, dell’Assunta und San Nicola, sowie das Kloster San Antonio. Auch die Festung San Giorgio ist einen Besuch wert.
Des Weiteren ist auch die Landschaft der Insel Capraia mit ihren zahlreichen Höhlen, Buchten und Stränden sehr entdeckenswert.

Die beiden Zonen von Capraia

Die Insel Capraia ist in zwei Zonen aufgeteilt. Die Zone 1 umfasst das gesamte Schutzgebiet der Insel. Es handelt sich um das Gebiet zwischen der Punta del Trattoio und der Punta della Manza, auch die kleinen Inseln gehören zu dem Schutzgebiet dazu. Das Schutzgebiet der Insel darf nicht aufgesucht werden. Auch mit dem Boot ist das Betreten verboten, tauschen oder fischen ist ebenso nicht gestattet.

Der komplette Rest der Insel gehört zu Zone 2, abgesehen nur vom Bereich um den Hafen und dem Ort.
Das Fischen ist in dieser Zone reglementiert. Flora und Fauna darf nicht beschädigt werden, zum Beispiel durch das Pflücken von Pflanzen.

Anreise zur Insel

Um zur Insel zu gelangen, wird keine besondere Erlaubnis benötigt. Ganzjährig wird die Insel vom Hafen Livorno angefahren. Im Sommer gibt es zudem Überfahrten von San Vincenzo oder von der Insel Elba aus.
Die Insel kann somit von Touristen jederzeit besichtigt und erkundet werden. Die Unterkünfte auf der Insel sind allerdings, wie bereits erwähnt, stark begrenzt. So bleibt sie trotz Tourismus ein idyllischer und ruhiger Ort.

Für wen ist ein Besuch auf der Insel das Richtige?

Wer Trubel und Aufregung sucht, ist für dies Insel nicht geeignet. Es gibt auf ihr nur zwei kleine Orte mit den nötigsten Geschäften. Es gibt einen Hafenort, sowie einen 700m entfernten Hügelort (zu Fuss oder per Bus erreichbar).
Im Hafenort gibt es ein kleines Lebensmittel- sowie Souvenirgeschäft, eine Eisdiele, Restaurants und eine Bar. Dazu kommt ein Immobilienmakler und eine Kirche. Im Hügelort sieht es ähnlich aus. Touristen müssen allerdings keine Angst haben, alles was zum Leben notwendig ist, findet sich in den kleinen Läden der Insel. Und für viele ist dies auch vollkommen ausreichend und ein Grund, die Insel immer wieder zu besuchen.

Die Insel ist vor allem für Touristen geeignet, die Natur, Ruhe und das Meer lieben. Beim Wandern kann die herrliche Natur auf der Insel genossen werden. Dabei gibt es auch immer wieder herrliche Ausblicke auf die benachbarte Insel Korsika.
Mit einem Guide kann die Insel vom Meer aus erkundet werden, mit Wassertaxis können entfernte Buchten erreicht werden. Gerade für Taucher ist die Insel zudem ideal und auch für Tagesausflüge sehr gut geeignet.

Ein Tagesausflug auf die Insel startet in der Regel Freitag um 9:30 Uhr in Portoferraio oder um 10:30 Uhr ab Marciana Marina. Die Rückfahrt erfolgt in der Regel um 16:30 Uhr.

Interessante Feste auf der Insel

Im Herbst findet auf der Insel das Tintenfisch-Fest statt Es besteht aus einem beliebten Angelwettbewerb, der zwei Kategorien aufweist (vom Meer und von Land aus).

In der Nacht zum 15. August findet alljährlich das Fest zu Ehren der heiligen Assunta statt. Bei ihr handelt es sich um die Schutzpatronin der Insel. Eine goldene Statue der Jungfrau Maria wird während des Festes in einer Prozession zum Meer getragen.

Beide Feste, und viele weitere Veranstaltungen auf der Insel, sind auf jeden Fall einen Besuch wert.

Capraia – eine besondere Insel des toskanischen Archipels

Mit ihrer besonderen Landschaft und Geschichte ist die Insel Capraia für jeden Besucher ein besonderes und einmaliges Erlebnis. Hier können sowohl die Natur bestaunt, als auch historische Sehenswürdigkeiten besichtigt werden. Wer die Natur und Ruhe liebt, ist auf dieser Insel genau richtig.

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Wikipedia | Raboe001 und stasal